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Auszug aus der Pfarrchronik       

Seelsorger der Pfarre  (von 1312 bis heute)     Brand im Jahre 1891

Der Schriftsteller und Historiograph Johann Baptist von Winklern - neun Jahre Pfarrer in St. Johann im Saggautal .
Unter den in St. Johann im Saggautal  tätig gewesenen Seelsorgern, deren Namen wir teilweise bis in das 13. Jahrhundert zurück verfolgen können, hat Johann Baptist von Winklern besondere Bedeutung erlangt, so dass es wohl gerechtfertigt erscheint, seiner an dieser Stelle in einigen Sätzen zu gedenken.

Winklern kam in Murau als Sohn des fürstlich Schwarzenbergischen Eisenbahnoberverwesers Anton von Winklern und dessen Gattin Therese, geb. von Reichenbach am 13.1.1768 zur Welt.
Nach absolvierten Gymnasialstudien fand er 1786 zuerst Anstellung bei der innerösterreichischen Staatsgüteradministration und sodann als Amtsschreiber auf der k.k. Kameralherrschaft Millstatt in Kärnten.
Erst 1789 trat er in das Generalseminar in Graz ein und wurde 1792 zum Priester geweiht.
Hierauf war er als Kaplan in Anger und St. Peter bei Graz sowie als Actuar und Katechet an der Ursulinen-Mädchenschule in der Stadtpfarre zum Heiligen Blut in Graz, wo er auch als Kurat angestellt war, tätig.
Im Jahre 1801 kam er als Pfarrer nach St. Johann im Saggautal und wirkte in dieser Pfarre bis 1810.
Im genannten Jahre erhielt er die Pfarre Unzmarkt, wo er 1819 Dechant wurde und war von 1833 - 1841 Seelsorger in Pöls ob Judenburg.

Bedeutung erlangte Johann Baptist von Winklern vor allem als Historiograph und Schriftsteller.
Neben Predigten und Erbauungsschriften veröffentlichte er auch größere Werke historischen Inhalts.
So im Jahre 1810 "Biographische und literarische Nachrichten von den Schriftstellern und Künstlern, welche in dem Herzogthume Steyermark geboren sind und in oder außer demselben gelebt haben und noch leben", welche Arbeit in der Steiermärkischen Zeitschrift unter dem Titel "Biographien denkwürdiger Steirer" nachgedruckt wurde.
Zehn Jahre nach dem genannten Werk erschien die "Chronologische Geschichte des Herzogthumes Steyermark".

Carl Schmutz schreibt in seinem Steiermark-Lexikon, das im Jahre 1822 in vier Teilen erschienen ist, über diesen Priester: "Dieser würdige und kenntnisvolle Geschichtsschreiber hat.... den Verfasser dieses Lexikons zur Fortsetzung seiner Arbeit mit herzlichen Worten ermuntert und durch Beyträge sowohl als durch Berichtigung nicht nur für das Werk selbst, sondern auch für einen künftigen Supplement bedeutend unterstützt".
Wurzbach bezeichnet seine oben zitierten biographischen und literarischen Nachrichten von den Schriftstellern und Künstlern als "eine ungemein verdienstvoll Arbeit".

Diese abschließend zitierten Erwähnungen zeigen, dass von Winklern zu seiner Zeit wirklich als bedeutender Historiograph geachtet war. 

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Die Seelsorger der Pfarre St. Johann im Saggautal                                  

1312 - 1326      Friedrich 1463 - 1540      Erhard List 1466 -1497          Thomas Rosenauer
1497                 Georg Weypoldt 1528                 Florian Potzinger 1540 - 1574         Urban Lantscher
1532 - 1542     Waltheser Puetinger 1574 - 1613     Andreas Zlabinger 1602                     Daniel Bohemus
1607                Thomas Wurtzer 1608 (1613-1624)     Bartholomäus Berkhmair 1617                     Leopold Neuhofer
1617 - 1624    Mattias Eberle 1624 - 1655     Johann Albert Nasibl 1655 - 1665          Dr. Sebastian Parth
1665 - 1680    Joh. Baptist Stroridl 1680 - 1691     Mathias Kodritsch 1691 - 1697          Johann Jakob Körbitsch
1697 - 1736    Joh. Christoph Maurer 1736 - 1744     Joseph Ignaz FHv Zach 1736 - 1737          Johann Georg Nowak
1740 - 1744    N. Mühlbacher   1744 - 1781          Matthias Mayr
1773 - 1775     Matth. Cajetan Michelitsch 1775                 Anton Ziegler 1775                     Andreas Sternad
1781 - 1787    Matth. Cajetan Michelitsch 1787 - 1801      Dr. Michael Ringer 1801                     Stary
1801 - 1810    Joh. Baptist v. Winklern 1810                  Johann Georg Halbig 1810 - 1817          Johann Waltl
1817                Joseph Kovatschitsch 1817 - 1824      Josef Preising 1824                     Franz Pongratz
1824               Anton Krug 1824 - 1831      Georg Wilhelm 1831                     Carl Gangel
1831               Anton Schindler 1831 - 1835      Johann Kohl 1835                     Anton Alter
1835 - 1859   Jakob Hugowitsch 1859 - 1860      Josef Herenc 1860 - 1868          Anton Missa
1868 - 1881   Franz Stiendl 1881                 Stefan Suppan 1881 - 1903          Franz Trummer
1903 - 1930   Franz Gölles 1930 - 1939      Josef Kapfer 1939 - 1940          Johann Lenz
1940 - 1967    Alois Gölles       1967                 Josef  Klobassa 1967                      Josef Steiner
1967 - 1974    Karl Knaus seit 1974          Johann Puntigam 

Die gelben Felder bezeichnen, laut Pfarrchronik, die Pfarrer von St. Johann im Saggautal

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Bericht aus der Pfarrchronik über den Brand im Jahre 1891

Ein Unglücksjahr war 1891. In diesem Jahr war der große Brand im Dorfe St. Johann im Saggautal , welchem auch die Kirche zum Opfer fiel.
Am 16. August bald nach 12 Uhr mittags kam im Stallgebäude des der Pfarrkirche gegenüberliegende Bäckenhauses auf unaufgeklärte Weise Feuer zum Ausbruch, welches auch auf das Stallgebäude des vlg. Haring übergriff.

In mächtigen Garben schlugen die furchtbaren Flammen zum Himmel empor, und die Befürchtung aller, es könnte auch die Kirche in Mitleidenschaft gezogen werden, wurde infolge des herrschenden starken Windes zur traurigen Tatsache.
Zuerst fing der Turm zu brennen an, dann das Dach und in Kurzem war die ganze Kirche in ein Rauch- und Feuermeer gehüllt.
Die Pfarrkinder weinten laut vor Schmerz im Herzen, als sie die Verwüstung ihres größten Heiligtums, ihrer schönen Kirche, die stets ihr Stolz gewesen, ansehen mussten, ohne dem Unheil wehren oder es aufhalten zu können.
Der Pfarrer übertrug das Allerheiligste schleunigst in den Pfarrhof, während die Pfarrleute einige der wichtigsten Einrichtungsgegenstände aus der Kirche, so weit es möglich war, in Sicherheit zu bringen sich bemühten....
Am nämlichen Tage war außer den oben angeführten Baulichkeiten noch das Wohnhaus des Schmiedemeisters Hammer, Haus und Stall des vlg. Kaiser und ein Stallgebäude des vlg. Hofer ein Raub der Flammen.
Zur bleibender Erinnerung an diesen -
dies ne fastus (Tag, an dem kein Gericht gehalten wurde) - lässt die Dorfgemeinde St. Johann im Saggautal  am 16. August ein hl. Segenamt lesen.

  Wiederaufbauarbeiten nach dem großen Brand

  aktualisiert am 20.10.2016