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HOCHALTAR

Im Jahre 1763 lieferte der Bildhauer Veit Königer urkundlich für die Pfarrkirche St. Johann im Saggautal einen Tabernakel.
Zu dieser Zeit war aber in der Kirche noch kein Hochaltar vorhanden, da in einer Kirchenrechnung von 1765 erwähnt wird,
dass "..Stüel und Altar in der Kirche..." noch zu errichten seien.
Aber noch im selben Jahr wird, ebenfalls von Veit Königer, der neue Hochaltar, für den er 2000 Gulden in Rechnung stellte, vollendet.
Der Säulenaltar ist aus gebeiztem Nussholz verfertigt. 1884 wurde dieser Altar restauriert.

Die Seitenfiguren,

die von links die Heiligen Patricius, als Viehpatron in der Gegend verehrt, daher als Attribut ein Rind zu Füßen,
Petrus
mit dem Schlüssel und dem verkehrten Kreuz als Hinweis auf sein Martyrium,


Paulus
mit dem Schwert, weil er enthauptet wurde und den Bischof Valentin mit einem Epileptiker als besonderes Attribut zu Füßen darstellen, sind weiß gefasst.


Die Darstellung von Gott Vater, die Engelsputten und die geflügelten Engelsköpfe im Altaraufsatz sind in weiß gefasst.


Auf den Säulenpostamenten sind zwei vergoldete Reliefs mit Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers angebracht.

Links Johannes als Mahner zur Umkehr,  rechts seine Enthauptung (Matthäus 14, 10).

Auf letztgenannter Darstellung kann man in der Türe rechts Salome, die durch ein Krönlein auf dem Haupt eindeutig als solche gekennzeichnet ist, ausmachen.
Sie hält schon die Schüssel in den Händen, auf der sie dann das Haupt des Täufers ihrer Mutter Herodias, die dessen Tod ja gefordert hatte, überbringt.


 
Das Altarbild, das von Philipp Carl Laubmann im Jahre 1772 um 115 Gulden gemalt wurde, zeigt die Taufe Jesu durch Johannes im Jordan.
 

 
Der etwas vor den Altar gerückte Tabernakel wurde, wie erwähnt, ebenfalls von Veit Königer geschaffen. Der Säulenaufbau wird von zwei adorierenden
(anbetenden) Engeln flankiert und von drei auf dem Gebälk sitzenden Engeln, die jeder ein Symbol der drei christlichen Tugenden,

     links der Anker für die Hoffnung,   in der Mitte der Kelch für den Glauben und    rechts das Herz für die Liebe,

sowie das Lamm, das auf dem Buch mit den sieben Siegeln liegt.


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ALEXIUSALTAR    

Dieser Seitenaltar wurde laut Pfarrchronik im Jahre 1705 durch einen Wohltäter ohne Beiträge der Kirche errichtet und ist in das neue Gotteshaus
übertragen worden.
D
er Wohltäter war der Pfarrer Johann Christoph Maurer (1665 - 1680 Pfarrer von St. Johann), ein besonderer Verehrer des heiligen Alexius.
Das Altarblatt vom "fürstlich seggauischen Hofmaler" Jakob Zanus stellt den auf dem Treppenaufgang zu seinem elterlichen Palast als Bettler
liegenden gerade sterbenden Alexius dar.

 


D
er Aufsatz wird von einer Skulptur des hl. Johannes Nepomuk, die von zwei Engeln begleitet wird, bekrönt.
Der Engel links vom Heiligen hält einen Palmzweig, das Symbol für die Märtyrer, in der Hand; der rechts von ihm legt einen Finger auf den Mund und gibt so einen Hinweis auf das Beichtgeheimnis, welches zu verletzen sich Johannes geweigert hatte, was mit ein Grund für seine Hinrichtung war.
Das Oberbild zeigt die Verehrung des heiligsten Herzen Jesu durch Engel.

 


D
as Bild ist von weiß gefassten Seitenfiguren flankiert. Links der hl. Oswald, der König von Northumbrien in Nordengland, mit seinem Attribut, dem Raben, der nach der Legende bei der Krönung Oswalds fehlendes Chrisamöl herbeigeholt habe und zwar solches, das von St. Peter selbst geweiht worden sei.



R
echts der hl. Leonhard, der als Viehpatron aber auch als Patron der Gefangenen, daher als Attribut die Kette, verehrt wird.

Die beiden Statuen werden Johann Baptist Stütz zugeschrieben.

Links und rechts des Altars Holzbüsten von unbekannten männlichen Heiligen.          

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MARIENALTAR   

Den Säulenaltar schuf urkundlich Johann Georg Mersi, Bildhauer aus Windischgrätz. Die Rechnung für die Errichtung des Altars wird zwar erst 1774 gelegt.
Dehio behauptet aber, dass selber dessen ungeachtet bereits 1760/61 in der Kirche aufgestellt worden sei.
Dieser Altar war ursprünglich ein Rosenkranzaltar; auch Mersi bezeichnet ihn in der Rechnung als solchen. 1873 wurde dieser Altar restauriert.
Das sich früher an Stelle der Muttergottesstatue befindliche Rosenkranzbild, das im vergangenen Jahrhundert vom Altar entfernt wurde,
war höchstwahrscheinlich auch ein Werk von Philipp Carl Laubmann, da er urkundlich 1773 ein "Altar Blat des heiligen Rosenkranz" für
die Kirche St. Johann im Saggautal gemalt hat.

 


Im Altaraufsatz halten Engel das Marienmonogramm.

 


Die aus dem späten 19. Jahrhundert stammende Marienstatue wird von den Eltern der Muttergottes,
links der hl. Anna und rechts dem hl. Joachim flankiert.

 

Der Traum Josefs auf der linken und  Jakobs Traum, in dem der Patriarch Engel auf einer Leiter vom Himmel
auf- und niedersteigen sieht, welches Motiv in einer Erzählung des alten Testamentes, und zwar in Genesis 28, 10-20 seine Grundlage hat, auf der rechten
Seite sind weitere auf diesem Altar vorhandene figurale Darstellungen.
 



Das Bild "Herz Mariä" stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.        

             


Unter der Mensa des Marienaltares die Darstellung des Hl. Grabes (vor 1880) 

 


Die Statue des auferstandenen Heilands, welche nur zu Ostern auf den Hochaltar aufgestellt ist.                                                  

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KREUZALTAR                

Der den gleichen architektonischen Aufbau wie der ihm gegenüberliegenden Marienaltar besitzende Kreuzaltar wurde auch zur selben Zeit vom
selben Bildhauer verfertigt. Die Darstellung des Gekreuzigten wird links von der Muttergottes, der als sichtbarer Hinweis auf ihren Schmerz über den Tod des Sohnes ein Schwert das Herz durchbohrt und rechts vom hl. Johannes Evangelist flankiert; den Kreuzesstamm umfasst die kniende Büßerin Maria Magdalena.
Im Aufsatz Gott Vater umgeben von Engeln.

 

 Weitere Seitenfiguren sind links der hl. Apostel Judas Thaddäus, mit seinem häufigsten Attribut, der Keule, und dem seit dem Ende des
18. Jahrhunderts zusätzlich hinzukommenden Attribut eines Porträtmedaillons mit Christi Zügen. Dieser Apostel, über dessen Leben eigentlich wenig bekannt ist und dessen Kult seit dem Ende des 19. Jahrhunderts intensiv beginnt, wird als Patron in besonders schweren und ausweglosen Anliegen angerufen.
Rechts der hl. Apostel Matthias, der neben dem Buch als individuelles Attribut ein Beil erhielt, das auf die Art seines Martyriums hinweisen soll. Über diesen Apostel weiß man ebenfalls nicht viel. Er gehörte ursprünglich nicht zu den Zwölf, sondern wurde durch Losentscheidung an Stelle von Judas Iskarioth in die Reihe der Apostel aufgenommen (Apg. 1, 15-26).



Das Herz-Jesu-Gemälde stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts. 

 
Der Kreuzaltar wurde urkundlich von Johann Georg Mersi zur selben Zeit wie der Marienaltar geschaffen. 1873 wurde dieser Altar restauriert.

                                

Unter der Mensa des Kreuzaltares die Darstellung des Fegefeuers.

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VIERZEHN NOTHELFER-ALTAR               

Nach Berichten der Pfarrchronik mit von der Bevölkerung gesammelten Beträgen 1712 errichtet und in die neue Kirche übertragen.
Das Altarblatt, das Johann Grebitscher zugeschrieben wird, zeigt die Vierzehn Nothelfer, deren Verehrung im Mittelalter, zu einer Zeit da die Menschen unter vielerlei Nöten wie Pest, Friedensgefahr und Naturkatastrophen zu leiden hatten, aufkam.
Die Nothelfer wurden in verschiedensten Bedrängnissen angerufen und ihre "Zuständigkeit" für ein bestimmtes Anliegen ergab sich aus deren Lebensgeschichten und Legenden sowie dem jeweiligen Attribut des Heiligen.

Die auf dem Altarbild 14 als Nothelfer verehrten Heiligen mit ihren Attributen sind:
Achatius/Achaz (22. Juni) Märtyrer, 2. Jh.
    Attribute: Schwert, röm. Soldatentracht, Dornenast, Dornenkranz, Dornenstrauch, Fahne, Herzogshut, Kreuz, Lanze, Palmzweig, Streitaxt
    angerufen bei: schweren Krankheiten, Todesangst und Zweifel

Ägydius (1. September) Einsiedler, Klostergründer, Abt †721
    Attribute: Abtstracht mit Abtstab, Buch, Hirschkuh, Pfeil
    Berufs-Patronate: Hirten, Jäger
    angerufen bei: Lähmungen, Lepra, Epilepsie, Geisteskrankheiten, Ohrenleiden, Pest, Unfruchtbarkeit, zur Ablegung einer guten Beichte

Barbara (4. Dezember)  Märtyrerin, † um 306
    Attribute: Hostien-Kelch, Engel, Krone, Palmzweig, Schwert, Turm
    Berufs-Patronate: Architekten, Bauarbeiter, Bergleute, Dachdecker, Feuerwehrleute, Fleischhauer, Hutmacher, Köche, Maurer, Schmiede,
                                 Soldaten, Steinmetzen, Totengräber, Zimmerleute
    angerufen bei: Fieber, Pest, Patronin der Sterbenden

Blasius (3. Februar)  Bischof von Sebaste in Kleinasien  Märtyrer, †316
    Attribute: Kerze, Bischofstracht, Kamm,  zwei gekreuzte Kerzen, Schwein oder Schweinskopf, Tortsche (spiralförmig gewundene Wachsfackel)
    Berufs-Patronate: Ärzte, Bauarbeiter, Gerber, Gipser, HNO-Fachärzte, Hutmacher, Maurer, Blasmusikanten, Schneider, Schuhmacher,
                Seifensieder, Steinmetzen, Wachszieher, Weber, Wollhändler Wollweber
    angerufen bei: Blähungen, Blasenkrankheiten, Blutfluss, Diphtherie, Geschwüren, Halskrankheiten, Husten, Kehlkopfleiden, Keuchhusten,
               kranken Kindern, Koliken, Pest, Zahnschmerzen

Christophorus (24. Juli)  Märtyrer, 3. Jh.
    Attribute: Jesuskind auf der Schulter, Baumstamm in Händen,  Wasser durchschreitend, Weltkugel
    Berufs-Patronate: Bergleute, Buchbinder, Chauffeure, Färber, Fuhrleute, Hutmacher, Obsthändler, Seeleute, Zimmerleute
    angerufen bei: Augenkrankheiten, Blindheit, Epilepsie, kranken Kindern, Pest, Wunden, Zahnschmerzen, gegen unvorbereiteten Tod

Cyriakus/Cyriak  (8. August)  Märtyrer, †305
    Attribute: Diakongewand, Buch, gefesselter Drache, Palmzweig, Schwert, Teufel
    angerufen bei: Anfechtung in der Todesstunde

Dionysius  (9. Oktober)  Bischof von Paris, Märtyrer † nach 250
    Attribute: abgeschlagenes Haupt in Händen, Bischofstracht
    angerufen bei: Hundebiss, Kopfschmerzen, Syphilis, Tollwut

Erasmus  (2. Juni)  Bischof, Märtyrer, †305
    Attribute: Bischofstracht, Kessel, Nagel in der Hand oder Nägel, Seilwinde mit aufgewickelten Engeweiden
    Berufs-Patronate: Drechsler, Seeleute, Seiler, Weber
    angerufen bei: Koliken, Krämpfen, Magenleiden, Unterleibserkrankungen

Eustachius  (20. September)  Märtyrer, 1./2. Jh.
    Attribute: Hirsch mit Kreuz oder Kruzifix im Geweih, Jagdausrüstung bzw. Jägertracht, (glühender) Ofen (in Stierform), Ritterrüstung
    Berufs-Patronate: Förster,, Jäger, Krämer, Spengler, Tuchhändler
    angerufen bei: allen schwierigen Lebenslagen

Georg von Kappadozien  (23. April)  Märtyrer, † um 304
    Attribute: bekämpfter Drache, Fahne, Lanze, auf einem Pferd reitend, Ritterrüstung, Schild, Schwert
    Berufs-Patronate: Artisten, Bauern, Bergleute, Büchsenmacher, Sattler, Schmiede, Soldaten, Waffenschmiede
    angerufen bei: Lepra, Pest, Schlangenbiss-Vergiftung, Syphilis, Seuchen der Haustiere

Katharina von Alexandrien  (25. November)  Märtyrerin, † um 305
    Attribute: zerbrochenes Rad, Buch, Krone, Palmzweig, Ring, Schwert
    Berufs-Patronate: Ammen, Bäcker, Bibliothekare, Buchdrucker, Friseure, Gelehrte, Gerber, Juristen, Lehrer, Müller, Näherinnen, Notare,
                Philosophen, Scherenschleifer, Schiffer, Schuhmacher, Seiler, Spinnerinnen, Studenten, Theologen, Tuchhändler, Wagner
    angerufen bei: Kopfschmerzen, Zungenleiden und schwere Sprache

Margareta von Antiochien  (20. Juli)  Märtyrerin, † um 305
    Attribute: an der Leine oder Kette gehaltener Drache, Buch, Fackel, Kamm, Kreuz oder Kreuzstab oder Kruzifix, Krone, Palmzweig, Perlenkranz
    Berufs-Patronate: Bauern, Hirten
    angerufen bei: schwerer Geburt, Unfruchtbarkeit, Wunden

Pantaleon  (27. Juli)  Arzt, Märtyrer, † um 305
    Attribute: Arzneigefäße, Hände auf den Kopf genagelt, Nagel (in der Hand), Ölbaum, Palmzweig, Salbgefäß
    Berufs-Patronate: Ärzte, Hebammen
    angerufen bei: Kopfschmerzen

Vitus/Veit von Sizilien    (15. Juni)  Märtyrer, † um 304
    Attribute:  Kessel (Ölkessel), Adler, Brot(e), Hahn, Hermelin, Löwe, Palmzweig, Rabe, Reichsapfel, Schaff, Wolf
    Berufs-Patronate: Apotheker, Bergleute, Bierbrauer, Kessel- und Kupferschmiede, Winzer
    angerufen bei: Augenkrankheiten, Bettnässen, Epilepsie, Hundebiss, Krämpfen, Ohrenleiden, Schlangenbiss-Vergiftung, Tollwut, Unfruchtbarkeit

8. Juli - gemeinsamer Namenstag der 14 Nothelfer

 

Das Oberbild zeigt den hl. Florian.
Links neben dem Altar eine Holzbüste, den hl. Johannes Nepomuk darstellend, rechts eine solche des hl. Franz Xaver,
der als Angehöriger des Jesuitenordens missionarisch in Ostindien und Japan wirkte und auf einer Missionsreise nach China starb.



Als Assistenzfiguren, die von Johann Baptist Stütz gefertigt wurden, links vom Bild (vielleicht) eine Darstellung der hl. Petronilla, die durch das Attribut des Schlüssels
als solche identifiziert werden könnte, wobei hingegen Herz und Palme nicht zu ihr passen, was eine eindeutige Bestimmung dieser hier dargestellten Heiligen nicht zulässt.
Rechts die hl. Barbara mit dem Kelch, eine der "drei heiligen Madln", wozu noch Margaretha und Katharina von Alexandrien zählen.
                                                                                                                        
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Die Kanzel                

Dehio datiert die Kanzel in das 2. Viertel des 18. Jahrhunderts, was durch eine Notiz aus dem Jahre 1734 über Ausgaben an einen Tischler in Leibnitz für "die neue Canzl" unterstützt wird. Sie wurde dann ebenfalls von der alten Kirche in die neue übertragen.
Im Jahre 1805 ist nach einer Aufzeichnung im Diözesanarchiv die als "in ältestem Geschmacke erbaut, ganz morsch und zum Teil auch wirklich
verfallen"
beschriebene Kanzel repariert worden.



Am Kanzelkorb befinden sich Kartuschen mit Darstellungen von Jesus und den vier Evangelisten, die jeweils an ihren Attributen erkennbar sind.

Von links:
Matthäus mit dem Engel;  Lukas mit dem Stier hält zusätzlich noch ein Bild der Muttergottes mit dem Kind in Händen,
was auf die in seinem Evangelium vorkommende Kindheitsgeschichte hinweist;


Markus mit dem Löwen und  Johannes mit dem Adler sowie außerdem noch mit Kelch und Schlange.
Diese beiden letzte Attribute weisen auf die Legende hin, dass der Evangelist, als man ihm die Entscheidung ließ, entweder Götzen zu opfern oder
Gift zu trinken über den Kelch mit dem Gift ein Kreuzzeichen machte, das Gift darauf als Schlange entwich und er unbeschadet trank.

 


Auf dem Schalldeckel Kartuschen mit Abbildungen der vier abendländischen Kirchenväter. Zwei von ihnen sind durch ihre Attribute eindeutig zu identifizieren.

Von links:


Papst Gregor der Große, der das Papstkreuz neben sich hat und als besonderes Attribut die Taube, weil in deren Gestalt sein Schreiber den hl. Geist neben Gregor gesehen haben soll und



Hieronymus
, als Kardinal mit an der Wand hängendem Kardinalshut dargestellt. Obwohl dieser das Amt eines solchen Kirchenfürsten niemals bekleidete, wird er auf Grund seiner Tätigkeit als Sekretär Papst Damasus´ I. seit dem 13. Jahrhundert oft als Kardinal abgebildet.
Hieronymus übersetzte die Heilige Schrift in die lateinische Sprache (Vulgata).



Die weiteren zwei lateinischen Kirchenväter, die Heiligen Ambrosius und  Augustinus sind in den Abbildungen auf dem Schalldeckel nur als Bischöfe, was sie beide auch waren (Ambrosius in Mailand und Augustinus in Hippo, in Nordafrika), aber ohne ihre speziellen Attribute, den Bienenkorb für Ambrosius und das brennende Herz für Augustinus, dargestellt.

 

 
Der Schalldeckel wird von einer Statue des Johannes des Täufers, der auf ein zu seinen Füßen liegendes Lamm zeigt, bekrönt.
Hier ist auf die Szene in Johannes 1,29 hingewiesen, in der Johannes der Täufer, als er Jesus auf sich zukommen sieht, auf diesen zeigt und zu den Umstehenden sagt: "Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt".                                         

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Orgel                        
 In einem Verzeichnis von Ausgaben für Kirchenerfordernisse, das abschriftlich im Pfarrarchiv St. Johann im Saggautal vorhanden ist, werden für das Jahr 1690 12 Gulden angeführt, die dem Orgelmacher zu Straß für die Renovierung der Orgel bezahlt wurden.
Es ist dies der erste bekannte Hinweis auf ein derartiges Instrument in der alten Pfarrkirche von St. Johann im Saggautal .
50 Jahre später haben wir im selben Dokument einen Betrag verzeichnet, der den Maler von Leutschach für die Fassung der neuen Orgel bezahlt wurde. das würde bedeuten, dass um das Jahr 1740 eine neue Orgel für die Kirche angeschafft worden sein muss.
Diese Orgel wurde auch in das neu errichtete Gotteshaus übertragen, da wir Ausgaben an den Orgelmacher Ferdinand Schwarz aus Graz für das Abtragen der Orgel im Jahre 1755 und für das Stimmen der Orgel (nach dem Wiederaufbau in der neuen Kirche) im Jahre 1762 kennen.
Beim Brand 1891 wurde dieses Instrument aber zur Gänze vernichtet.
 
Die sich derzeit im Gotteshaus von St. Johann im Saggautal befindliche Orgel wurde 1892 von den Gebrüdern Rieger aus Jägerndorf im östlichen Schlesien geschaffen.
Sie ist das 336. Werk aus dem Hause Rieger, gehört noch der frühen Zeit an und besitzt daher auch mechanische Traktur mit Kegelladen.
Das Werk wurde am 30. Mai 1892 kollaudiert und seiner Bestimmung übergeben.
Schon damals hat Rieger bereits sehr massive Gehäusebauten, natürlich dem Zeitgeschmack entsprechend im Stile des Historismus, gebaut. Besonders günstige Klangentfaltung in Richtung Kirchenraum und Schutz vor Staub sind damit verbunden.



Insgesamt erhielt die Orgel damals ein günstiges Urteil der Sachverständigen, wie aus dem Kollaudierungsprotokoll zu entnehmen ist:
"Die Windladen sind Kegelladen bester Bauart. Das Gebläse ist nach dem System Rieger unter bester Windausnützung und möglichster
Platzersparnis errichtet.
Der massive Gehäusekasten ist im Sinne des Historismus stilvoll, groß und geräumig angelegt, sodass man mühelos alle Teile der Orgel
erreichen kann.
Der Ton der Orgel ist kräftig, das volle Werk hat eine edle Gesamtwirkung, sämtliche Stimmen mischen sich harmonisch...
Alles in allem hat die Firma Rieger das im Kontrakte versprochene in jeder Hinsicht erfüllt und ein für die gegebenen Verhältnisse
mustergültiges Werk geschaffen."


Das Urteil der damaligen Sachverständigen war nicht voreilig, wie man heute noch sehen und hören kann.
Natürlich mussten 1917 auch hier Prospektpfeifen für Kriegszwecke abgeliefert werden.
Sie wurden erst 1926 durch Zinkpfeifen der Firma Hopferwieser aus Graz ersetzt.
Im Jahre 1946 fand abermals eine Ausreinigung und eine Umstimmung statt.
Insgesamt wurde die Orgel um 1,40 m weiter nach rückwärts versetzt. Diese Arbeiten führte Josef Wagner, Orgelbauer in Marburg (Maribor) aus.
Dadurch wurden die klanglichen Vorteile vermindert, jedoch Platz für die Chorsänger und Musiker gewonnen.


Sie hat 17 klingende Stimmen, zwei Manuale, Pedal und 8 Collectivpedale, 808 Zinnpfeifen, 116 Holzpfeifen und kostete 3960 Fl.
 

Orgel St. Johann/S      
       
Baumeister: Gebrüder Rieger Opus 336  
       
Register: Pedal 1. Manual (unten) 2. Manual (oben) Fußpedal:
Subbass 16´ Principal 8´ Geigenprincipal 8´ Manual-Coppel
Violon 16´ Bourdon 16´ Rohrflöte 8´ Pedal-Coppel
Oktavbass 8´ Gedeckt 8´ Salicional 8´ Mezzoforte 1. Manual
Cello 8´ Gamba 8´ Gemshorn 4´ Forte 1. Manual
  Spitzflöte 8´ Rauschquinte 2fach Forte 2. Manual
  Flute douce 4´   Crescendo-Rolle-Decrescendo
  Oktave 4´   Forte volles Werk
  Mixtur 3fach   Fortissimo
       
       
1. Manual: c-c-c-c+3 4 Oktaven + 3    
2. Manual: c-c-c-c+3 4 Oktaven + 3    
Pedal: c-c+1 2 Oktaven+1    

Diese Orgel, eines der bedeutendsten Klangdenkmäler der Jahrhundertwende in der Steiermark, konnte im Jahre 2001 durch eine sachgemäße Instandsetzung der mangelhaften Arbeiten von 1926 und 1946 ihren ursprünglichen Glanz wiedererhalten.       

Tomaz Mocnik, Orgelbauer aus Slowenien hat im Jahre 2013 die Orgel gewartet.

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Glocken                        

Die fünf alten Glocken, welche in den Jahren 1750, 1841 und 1858 von Johann Feltl in Graz gegossen worden sind, waren beim großen Brand im Jahre 1891 gänzlich zerschmolzen.  Zwei kleine, den Kapellen in Ratzberg und Gschmeidleregg entnommenen Glocken hatten als Notbehelf gedient, sie waren in der Gartenlaube des Pfarrhofs angebracht.
Albert Samassa in Laibach hat aus dem zerschmolzenen Metall fünf neue Glocken gegossen. Am 22. Mai 1892 wurden die neuen Glocken feierlich eingeweiht und aufgezogen. Im Jahre 1916 mussten diese wiederum für Kriegszwecke abgeliefert werden. Nachdem man erst wieder in den Jahren 1924 und 1926 in der Lage gewesen war neue Glocken anzuschaffen, ereilte diese im März 1941 das gleiche Schicksal wie ihre Vorgänger.
  
   
Vier Glocken, nur das Zügen-Glöcklein durfte im Turm verbleiben, mussten abgeliefert werden.


Fünf Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges konnte das Geläute im Turm der Pfarrkirche von St. Johann im Saggautal wieder vervollständigt werden.

Franz Oberacher, Glockengießer aus Salzburg-Kasern, lieferte 1950 vier neue Glocken, von denen wir uns wünschen, dass sie möglichst lange den Pfarrbewohnern den Beginn der Gottesdienste sowie freudige aber auch traurige Ereignisse künden mögen.   

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LOURDES-GROTTE       

     
I
m Jahre 1915 stiftete das Geschwisterpaar Simon und Maria Temmel, vlg. Heintschi, das zwei Jahre später auch die Kosten für die Schaffung der beiden Sandsteinstatuen an der Kirchenfassade trug, für die Pfarrkirche eine  Lourdes-Grotte mit Darstellungen der Muttergottes und der Bernadette Soubirou.     
Sie wurde zuerst in der Nische, in der sich heute der nördliche Seiteneingang befindet, aufgestellt. Später, der Zeitpunkt ist nicht genau bekannt, wurde sie dann in dem vorher erwähnten südlichen Vorjoch verlegt.

In diesem Raum hat sich vorher mit großer Wahrscheinlichkeit eine der hl. Maria Magdalena geweihte Kapelle befunden. In einem undatierten Verzeichnis der Altäre in der Kirche St. Johann im Saggautal wird nämlich neben den heute bestehenden fünf auch ein Altar der "heiligen Büßerin Magdalena" genannt.
W
eiters legt der Bildhauer Johann Georg Mersi im Jahre 1774 eine Rechnung für drei Statuen in der Magdalenen-Kapelle und Philipp Carl Laubmann malte bereits 1760 ein Magdalenen-Bild für die Pfarrkirche St. Johann im Saggautal. Aus welchen Gründen der Magdalenen-Altar entfernt wurde, ist nicht bekannt.


Die Lourdesgrotte wurde bei der Innenrenovierung im Jahre 2002 in das nördliche Vorjoch, neben dem Aufgang zur Orgelempore verlegt



N
ach der Innenrenovierung im Jahre 2001 wurde dieser Raum die Taufkapelle.                                                   

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KREUZWEGBILDER                    

In einem aus dem Jahre 1778 stammenden Schreiben des Bischofs an den Pfarrer von St. Johann im Saggautal  wird letzterer gefragt, warum der Kreuzweg in seiner Pfarre noch nicht eingeführt worden sei. Noch im September desselben Jahres kann der Pfarrherr berichten, dass der Kreuzweg eingeweiht wurde.
Die Kreuzwegbilder stammen aus der Zeit um 1700 bis 1740. Sie wurden im Jahre 1908 und 1981 restauriert.

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MONSTRANZ                

Die Pfarrkirche besitzt eine wunderschöne, vom Goldschmied Anton Römer im Jahre 1754 verfertigte Monstranz, die im Katalog zur Ausstellung Goldschmiedekunst aus steirischen Pfarren als "äußerst qualitätsvoll" bezeichnet wird und den Künstler auf dm Höhepunkt seines Schaffens zeigt.
Besonders hingewiesen sei auf ein über dem Schaugehäuse eingearbeitetes Relief, das den Exodus 17, 8-15 beschriebenen Kampf der Amalekiter gegen die Israeliten zeigt, bei welchem immer wenn Moses seine Arme erhob, die Schlacht für seine Leute günstig verlief, während wenn er sie senkte, die Gegner im Vormarsch waren.
Als Moses schon erschöpft war, stützten seine Begleiter seine Arme, sodass sie erhoben blieben und die Israeliten die Amalekiter besiegen konnten.
Diese Darstellung, die sonst auf derartigen liturgischen Geräten nicht zu finden ist, hat Römer auf einer Monstranz im Jahre 1762 wiederholt.
                                                                                                                                                               

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GRABSTEINE
In den beiden Wandpfeilern, die die großen Kapellennischen in der Querachse von den sie flankierenden Richtung Chor liegenden kleineren Nischen trennen, ist jeweils ein Wappengrabstein eingemauert.


Auf der linken Seite der der Frau Maria Eleonora von Pureib, geb. von Prandegg, welche 1702 im Alter von 36 Jahren gestorben ist mit folgender Inschrift:
Wer Liegt Alhie Fragst Fromer Christ, Steh Still Und Lis Wers Gwesen Ist, Maria Eleonora Hies Ihr Namm, Vornehm Von Geschlecht Adelich Von Sta(mm) Von Haus Prandegg Ist Sie Geboren Mit Herrn Von Pureib Verehelicht Woren In Kindeböten Sie Und Das Kindt Baide Zur Leich Bald Worden Sint. In Ehestandt Lebt Sie Sechzehen Jahr, Dreisig Und Sechs Ihr Alter War, Nun Bett Fuer Sie Noch Diese Stundt Ein Vater Unser Aus Herzens Grund Sez Auch Hinzu Die Wenig Wort Requiescat In Pace Hie Und Dort. Anno 1702"

Ein Conrad von Pureib, vielleicht der Gatte der Verstorbenen, wurde am 20.4.1700 zum Regierungsrat aus den Rechtsgelehrten gewählt.



Auf der rechten Seite der Grabstein der Maria Susanna Freiin von Siegersdorf, geborene Freiin von Welsersheim, die im Jahre 1701 verstorben ist mit folgender Inschrift:
"Dan Basl Ist Mir Im Himmel Und Was Wolte Ich Von Dir Auf Der Erden. O, Gott Meines Herzens. Mein Fleisch Und Mein Herz Hat Abgenumben Und Gott Ist Mein Teil Ebigklich. Psl. mo72so. Hier Ruet In Gott Die Hoch Und Boe Gepohrne Frau FR: Maria Susana Freijin Von Sigerheimb. Frau Zu Wisenau Und Thunau: Welche Den 11 Aprill In 1701 Jahr In Gott Selig Entschlaffen Und Gott Selige Auferstehung Verleichen Wolle Amen".
 Das Geschlecht der Siegersdorf besaß in der Steiermark das gleichnamige Schloss und Gut.                       

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TURMUHR                       

Die Turmuhr wurde vom Uhrmacher Franz Scherer in Gleinstätten nach dem Kirchenbrand 1891 hergestellt und kostete 450 Fl.
Außer dem elektrischen Aufzug, der in den Jahren um 1980 eingebaut wurde, hat sie bis heute noch keine Veränderung erhalten.
Es wird die Zeit auf der Nord-, Süd- und Westseite am Kirchturm angezeigt und auch mittels Glockenschlag zu jeder viertel und ganzen Stunde kundgetan.



Auf dem Zifferblatt des Kirchturmes auf der Ostseite wird an den großen Kirchenbrand 1891 erinnert.




Die Sonnenuhr auf der Ostseite des Kirchturmes erinnert uns an Psalm 113,3
"Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang sei der Name des Herrn gelobt"
...
sowie auch an Psalm 50,1
"Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang geht Gott strahlend auf".

 

Geschichtliches zum Friedhof

Ursprünglich befand sich der Friedhof von St. Johann im Saggautal rund um die Pfarrkirche innerhalb der heute noch bestehenden Mauern,
eingelassene Grabsteine bedeutender Personen weisen noch darauf hin.
Durch den Neubau der Kirche wurde auch das für den Friedhof zur Verfügung stehende Areal kleiner, was zu Schwierigkeiten führte.

 Zu Beginn der 80er Jahre des 19. Jhdt. wurde von amtlicher Seite (Bezirkshauptmannschaft, k.k. Statthalterei) die Umlegung des Friedhofs
verordnet und ein neuer "Gottesacker" auf dem Platz, auf dem er sich noch heute befindet, angelegt.

        

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Weitere "Sehenswürdigkeiten" in unserer Kirche sind:
Mutter Gottes Statue  Herz Jesu Statue (um 1906)  Darstellung der Muttergottes mit Kind

 


Baldachin (aus dem Jahre 1886) 

 

 
Ein mit Perlmutt besetztes Kreuz aus "St. Johann bei Jerusalem" (dem Geburtsort unseres Pfarrpatrons), das anlässlich einer Wallfahrt in das hl. Land im Jahre 1908 mitgebracht wurde.

 


Weihnachtliche Krippendarstellung (von Müller aus München 1909 angefertigt)

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  aktualisiert am 22.08.2018