Maria Lourdes in Saggau
von Dr. Erich Linhardt in der
Gemeindechronik
Erbauung, Dotierung und Besitzverhältnisse
Am 10.5.1884 hat das Gemeindeamt St. Johann im Saggautal auf Ansuchen des
Ehepaares Franz und Maria Zenz, vlg. Hammer, die Bewilligung zum Bau einer
Kapelle in Saggau erteilt. Maurermeister Felice aus Jagernigg hatte zuerst die
Pläne für den Bau gezeichnet, diesen dann aber nicht ausgeführt. So wurde
schließlich Maurermeister Josef Schreiner mit der Bauausführung beauftragt und
bereits ein Jahr nach der Erteilung der Bewilligung, am 30.5.1885, konnte die
Kapelle geweiht werden.
Hat die Bauausführung den Erbauer schon ca. 3.500 Gulden gekostet, so verfügte
das Ehepaar Zenz außerdem am 6.5.1886 für sich und alle seine Besitznachfolger,
dass zur Lesung heiliger Messen, zur Erhaltung der Kapelle, zur Anschaffung von
Messgewändern und Paramenten und Instandhaltung derselben 600 Gulden
Österreichischer Währung Stiftungskapital gewidmet wird.
In späterer Zeit wurde das Eigentumsrecht für die Kapelle und auch die Erhaltung
derselben dem „Bauerngut Saggau“, das auch heute noch Besitzer der
Andachtsstätte ist, übertragen.
Im Jahre 1985 wurde die Kapelle in Saggau innen und außen gänzlich restauriert,
was vor allem durch die großzügigen Spenden und vielen freiwillig geleisteten
Arbeitsstunden der Bevölkerung möglich war. Seit dem genannten Jahr wird auch
das Geläute elektrisch betrieben.
Aus der Chronik der Kapelle in Saggau
1885 Errichtung der Kapelle unter Herrn Zenz, vlg. Hammer und den
Dorfbewohnern aus Saggau
am Platz des Bildstockes mit einer Marienstatue, deren heutiger Platz
am Chorempore in
der Kapelle ist.
1968 Kapellendach- und Fassadenerneuerung
1984 Innenrenovierung, Errichtung des Volksaltares, Fassadenerneuerung
1985 15. August - Kapellenweihe verbunden mit einem Festgottesdienst und 100
Jahrfeier.
1998 Erneuerung des Kapellenturmbleches und Fassaden-Neuanstrich.
Neugestaltung des Kapellenvorplatzes und der Rasenanlage.
Die Kosten für Material und Fremdarbeiten betrugen 136.400,00
Schilling.
Durch die kostenlosen Eigenleistungen der Dorfbewohner
(Traktor- und Minibagger 24 Stunden, Arbeitsleistungen 108 Stunden),
sowie der sehr gute Besuch unserer Dorffeste im Jahre 1997
und 1998 konnten die getätigten Ausgaben finanziell abgedeckt
werden.
Allen Freunden und Gönnern der Dorfkappelle Saggau sei auch hiermit ein
herzliches Danke ausgesprochen!
Der Sakralbau und seine Einrichtung
Die Andachtsstätte ist über rechteckigem Grundriss errichtet und mit einem
Walmdach abgeschlossen.
Über dem rechteckigen Portal ein Rechteckfeld mit der
Inschrift „Maria Lourdes im Saggautale“ und der Jahreszahl der Erbauung 1885.
Darüber ein Dreieckgiebel mit einer Darstellung des Auges Gottes.
Die Portalzone
wird von einem Gesims angeschlossen und über ihr wächst aus einem aus volutenartigen Ansätzen bestehenden Abschnitt, der in vier
Rundbogenschallfenster geöffnete Giebelreiter mit Zwiebelhelm.
Der stattliche
Außenbau ist weiters durch Eckpilaster gegliedert.
Das kreuzgratgewölbte Innere besteht aus zwei Jochen. An der Stirnseite des
Raumes der vom Tischlermeister Adalbert Podol mit dem Vergolder Johann Wiwoda
verfertigte Altar.
Vom Altartisch leitet ein predellenartiger Teil zum
Säulenaufbau über. Im Zentrum des Altaraufbaues eine in der Werkstatt des
Bildhauers Peter Neuböck geschaffene plastische Darstellung der Mutter Gottes
von Lourdes; sie wird von Statuen der Heiligen Franziskus und Josef, die
derselben Werkstätte wie die Mutter Gottes-Statue entstammen, begleitet.
Als
weitere Ausstattung sind Bilder, die die 14 Kreuzwegstationen zeigen, zu sehen.
Diese Kreuzwegbilder – es handel sich dabei um Farbdrucke nach dem Kreuzweg von
Führich – wurden vom Domherrn Josef Legat, einem gebürtigen Arnfelser,
gespendet. Am 26.6.1997 sind sie unter der Assistenz von zwölf Priestern vom
Guardian des Franziskanerklosters in Graz, Pater Benno Schmid, konsekriert
worden.
Über dem Eingang ist eine hölzerne Empore, die über eine Stiege im Raum
selbst erreichbar ist und von Franz Tertinegg und Georg Lampl verfertigt wurde,
eingefügt.
Ein hölzerner Volksaltar und je fünf Bankreihen bilden die weitere
Einrichtung des Sakralraumes.
Unmittelbar nach der Weihe erhielt die Kapelle drei Glocken, die vom
Glockengießer Albert Samassa aus Laibach geschaffen wurden. Im Jahre 1916
mussten sie aber so wie die meisten Glocken unserer Heimat für Kriegszwecke
abgeliefert werden.
Am 22. November 1925 konnten wieder zwei neue Glocken
geweiht werden. Als Patinnen fungierten dabei die Mühlenbesitzers-Gattin Agnes
Kirchleitner und die Großgrundbesitzers-Gattin Josefa Fasching-Resel.
Die
Turmuhr, die von den Ortsbewohnern von Saggau angeschafft wurde, fertigte der
Uhrmacher Franz Scherrer aus Gleinstätten an und stellte sie am 6.8.1887 auf.
Gottesdienstliche Handlungen
Am 22.4.1887 wurde der Kapelle in Saggau vorerst für drei Jahre eine Messlizenz
erteilt.
An vier frei zu wählenden Werktagen durfte nun eine heilige Messe
gefeiert werden.
Diese Messlizenz wurde in der Folge immer weiter verlängert und
im Jahre 1941 das erste Mal erweitert.
Es war nun gestattet, an Stelle der seit
1887 erlaubten vier Seelenmessen zehn Messen jährlich, jeweils an Werktagen, in
dieser Andachtsstätte zu zelebrieren. Im Jahre 1948 erfolgte abermals eine
Ausdehnung dieser Erlaubnis.
Es war ab jetzt möglich, außer den zehn heiligen
Messen von April bis Oktober wöchentlich noch zusätzlich zwei Messen an
Werktagen in der Kapelle von Saggau zu feiern.
Derzeit wird während des Jahres eine nicht festgesetzte Anzahl von Messen für
Verstorbene gefeiert, und am Karsamstag erfolgt in der Kapelle die Segnung der
Osterspeisen.
Weiters finden sich die Bewohner von Saggau in ihrer Kapelle im
Monat Mai zusammen, um Maria zu loben und ihre Fürsprache zu erbitten.

Kapelle Maria Hilf in Radiga
Die Kapelle in Radiga wurde am 16. September 1855 zur Ehre der
allerseligsten Mutter Maria Hilf geweiht.
Laut mündlicher Überlieferung bestand
aber bereits zu dieser Zeit der vordere Teil der Kapelle mit dem barocken
Altar.
Seit alters her wurde ihr das Privileg einer Messkapelle verliehen und
auch jetzt wird jedes Jahr am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt nach der
Bittprozession eine
Hl. Messe gefeiert.
Seit Mai 1983 wird alle Jahre bei der Maiandacht abends eine Hl. Messe
gefeiert, für alle lebenden und verstorbenen Stifter und Wohltäter der
Dorfkapelle von Radiga.
Rückblick in die Geschichte der Dorfkapelle
Radiga
verfasst von Alois
Zeck am 18.9.1983
Nach Schätzungen von Fachleuten und nach mündlicher
Überlieferung, ist die Kapelle mehr als 200 Jahre alt.
Somit kann sie als die älteste Kapelle der Pfarre St. Johann i.S. angesehen
werden.
Ursprünglich ruhte das Vordach auf Säulen.
Zu einem geringen Teil sind die Sockel der Säulen außen noch sichtbar.
Erst 1855 wurde der Vorraum zugemauert, der Turm aufgebaut und am 16. September
zu Ehren Maria Hilf geweiht.
Im selben Jahr wurden zwei Glocken aufgezogen, die im 1. Weltkrieg für
Kriegszwecke abgeliefert werden mussten.
Seit 1883 besitzt die Kapelle das Privileg, dass hier Hl. Messen gefeiert werden
dürfen.
Die Kapelle wurde im Jahre 1898 im Auftrag der Familie Josef und Theresia Zeck
innen renoviert und restauriert.
Als der 1. Weltkrieg vorbei war, wurde bereits 1919 die große Glocke von der
Dorfgemeinschaft angekauft.
In den 20er Jahren erhielten das Äußere und der Turm der Kapelle eine
Erneuerung, die von Witwer mit 7 Kindern, Johann Zeck,
bewerkstelligt wurde.
Das mit der sinnvollen Aufschrift versehen Zügenglöcklein „Uns einst erfleh o Mutter du nach diesem Leben Himmelsruh“ kam
1936 auf den
Turm, geleistet von der Dorfgemeinschaft.
Als eines der ersten Gebäude von Radiga bekam die Kapelle
1939 den elektrischen Strom.
1959 wurde der Turm ausgebessert und ein von einem Mitglied
der Dorfgemeinschaft, Georg Zeck, unentgeltlich geschmiedetes Kreuz aufgesteckt.
Weitere Arbeiten an der Kapelle wurden notwendig: 1973 das
Eternitdach, 1974 das Turmblech, 1975 der Außenputz.
Gesamtkosten S 22.136,00 , aufgebracht von der Dorfgemeinschaft.
Durch diese große Mitarbeit der Dorfgemeinschaft konnte ein
sehr großer Geldbetrag eingespart werden.
Bei allen die mitgearbeitet haben bedanke ich mich recht herzlich.
Außerhalb der Dorfgemeinschaft wurden einschließlich Stiftungen, S 59.336,00 –
gespendet.
Durch diese große Unterstützung von auswärts konnte die
Kapelle in ihrem ursprünglichem Zustand wiederhergestellt werden.
Im Namen der Dorfgemeinschaft bedanke ich mich bei all
diesen Spendern aufs Herzlichste.
Besonders bedanke ich mich bei jenen Personen, die den
Kristallbarockluster und den Volksaltar gestiftet haben.
Für 8 Personen außerhalb der Dorfgemeinschaft Radiga wird
bei ihrem Ableben, wegen sehr großer finanzieller Unterstützung der
Kapellenrenovierung mit beiden Glocken geläutet. Ihre Namen sind in der Chronik
der Dorfkapelle Radiga verzeichnet.
Alle Ornamente und Symbole sind nach den ursprünglichen Farben von 1898 wieder
hergestellt worden.
Diese Malerarbeiten kosteten S 31.613,00.
Der Restaurator hat den Altar und die zwei Heiligen,
Sebastian und Rochus, von einer späteren Übermalung befreit und in der
Originalfassung, wie sie vor ca. 200 Jahren ausgesehen haben, wieder hergestellt
und neu vergoldet, ebenso alle Bilder.
Die Gesamtkosten hierfür belaufen sich auf S 45.564,00.

Original
Abschrift Nr. 1
vom 15. September 1855.
Die Kapelle in Radiga!
Gott zum Gruß! Erfreuet Euch in dem Herrn und an die Erinnerung an Eure
Vorälteren!
Die Gemeinde Radiga hatte im Jahre 1855 diesen Thurm
erbaut; Nachdem die Frau von Riplin, namens Maria Topler,
geborene Strohmayer, gebürtig auf der Wiener Mühle zu Gündorf in ihrem 67.
Lebensjahr auf frommen Andenken für
unsere gegenwärtigen, sowie für Euch nachkommenden Christen, für Euch, die Ihr
mich seßet; zur Rückerinnerung an Eure gottesfürchtigen Vorältern, und zur Ehre
der allerseligsten Mutter Gottes Maria Hilf erbaute und samt dem Thurm
am 16. September 1855 eingeweiht wurde.
Diese Kapelle kostete in barem Gelde ohne Materiale und ohne Thurm bei 300 flg.
Der Thurm wurde von der Gemeinde Radiga geschaffen und kostete bei 120 flg,
obwohl daß Holzwerk unentgeltlich dazu gestellt wurde.
Auch arbeiteten dabey der Spenglerey noch unentgeldlich.
Glocke!
..war damals noch keine in diesem Turm, aber
der fromme gute Wunsch ist stets bei diesen Gemeinde Insaßen.
Schon noch in obgenanntem Jahre dieselbe mit ungefähr 60-70 kg schwer
beizuschaffen.
Danket Euren Vorälteren noch in das Grab nach und gedenket
Ihrer noch mit innbrünstige Gebethe zur Ehre der allerseligsten Jungfrau Maria
Hilf; dessen hl. Bild Euch in dieser Kapelle auf dieser Welt erwartet – um
Fürsprache bei unseren Welt-Erlöser Jesus Christus und bei Gott dem himmlischen
Vater.
Wir fühlen uns verpflichtet, Euch die gegenwärtigen
hochwürdigen Seelsorger zu benennen:
Jakob Hugowitsch als Pfarrer in St. Johann, welcher sich die Mühe
opferte, in dieser unserer Pfarrkirche St. Johann die neue große Glocke, so wie
auch die mitlkleine übergossen wurde, durch Veranstaltung Gelder hierzu sammeln
ließ, auf welcher Ihr Nachkömmlinge noch die Jahreszahl und mehreres vorfinden
werdet.
Dann der hochwürdige Herr Dechant von Leutschach Ignatz Kaßian.
H. Herr Johann Fernetz Kaplan in St. Johann und mehrere Hochwürdige
Geistlichkeit bei dieser Kapelle beiwohnten.
Diese Gemeinde Radiga steht noch mit anderen benachbarten
Gemeinden unter einer Ortsgemeinde in St. Johann, über welcher
Herr Andreas Reppl volga Haring in St. Johann als beeideter Gemeinde Vorsteher,
dan Anton Fasching volgar Sagaumüller,
H. Joseph Stopper Schullehrer in St. Johann, dan Franz Strohmayer Müller Meister
in Gündorf als beeidete Gemeinderäthe,
samt mehrere bei 18 Ausschüße vorstehen.
Der Getreidepreiß ist gegenwärtig der Bauweitz 11 flg pro
Virtl auf 72 Maß berechnet, Kuckruz 8 flg – Korn 7 flg – Haiden 5 fl 39 h – Hirs
7 flg – Bohnen usw.
Ausschußmann und Richter ist in dieser Gemeinde Radiga
Franz Habisch volgar Sabathi, welcher alle Mühe und Schritte zum Thurmbau
bereitwillig übernahm, er gab denen Arbeitern die Kost, gab selbst viel Geld
hiezu und bezahlte die Handwerker.
Lehrmeister ist hier Johann Robier volgar Hirtner in
Priester, auch dieser verwendete Geld und Mühe zu diesen Thurmbau.
Unser K.K. Bezirksvorsteher heißt Hl. Franz Possek, der Hl.
Steuereinnehmer und Ortwein.
Alles dieses Geschriebene ist die reine Wahrheit; und wir
fordern Euch Nachkömmlinge auf, zur Ehre der allerseligsten Mutter Gottes Maria
Hilf, die Kapelle als ein Heiligthum zu bewahren, und zu erhalten.
Die Kupel und dass Kreutz aufgezogen, und Geschrieben in
Radiga am 15. September 1855.
Franz Marx Strohmayer Müller Meister und Gemeinderath in
Gündorf
Original Abschrift Nr.
2
vom 18. Juni 1927
Gott zum Grus! Erfreut Euch in den Herrn und die Erinnerung an Eure Voreltern!
Der Besitzer Johann Zeck, volgo Resch geboren in Radiga im 48. Lebensjahre,
verwitwet, Frau gestorben 1921 geborene Silberschneiter Nussmüller Tochter, hat
samt seinen 7 Lebenden Kindern die Renovierung von der Kapelle samt den Thurm
vorgenommen und auch geleistet.
Als frommer Gedanken von Eltern und Voreltern, und zur Ehre der allerseligsten
Jungfrau Gottesmutter Maria Hilf volzog, das soll für Euch nachkommenden
Christen wenn ihr dies sehet zur Erinnerung im Gebethe eingedenk sein.
Die Renovierung kostet in barem Gelde ohne Berechnung des Materials und
Selbstarbeit und Kost der Handwerker.
Auch diese Kapelle in Radiga wurden in den großen Weltkriege der dauerte vom
Jahre 1914 – 1918 die zwei Glocken genommen, und nach dem Weltkriege wegen der
großen Theuerung nur der Ersatz einer Glocke ersetz wurde die durch Sammlung von
Wohltätern von Kastralgemeine Radiga geschaffen wurde.
Die Glocke wurde von Hochwürdigen Herrn Pfarrer Franz Gölles von St. Johann im
Jahre 1919 geweiht und aufgezogen.
Unsere Geldverhältnisse haben sich in dieser Zeit stark verändert da nach 37
jähriger Kronenwährung nach den Weltkriege im Jahre 1924 in Schilling und
Groschen übergegangen ist.
Die Getreidepreiße sind sehr hoch und eine Theuerung .
Weizen kostet per 1 kg
50 g, Korn 40 g, Mais 30 g
Ausschuß und Richter ist in der Kastralgemeinde Radiga Johann Zeck volgo Resch –
auch zugleich Bürgermeister-Stellvertreter von Gemeinde St. Johann und
Bezirksausschuß der Bezirksvertretung Arnfels.
Lehrmeister ist hier Josef Hauser volgo Schusterhansl, Besitzer Radiga 10.
Alles diese niedergeschrieben ist die reinste Wahrheit. Und alle Nachkommenden
werden aufgefordert zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Mutter Gottes Maria
Hilf diese Kapelle als ein Heiligtum zu bewahren und zu erhalten.
Die Kupel und das Kreuz wurden Renoviert.
Bürgermeister Josef Stelzl
Radiga, am 18. Juni 1927
Geschrieben von Alois Hauser, Kaufmannslehrling unter Kaufmann Johann Tschreppel
Radiga Nr. 21
Die Dorfkapelle in Radiga
von
Dr. Erich Linhardt in der
Gemeindechronik
Historisches zum Bau
Nach dem im Diözesanarchiv in Graz als auch im Pfarrarchiv St. Johann im
Saggautal aufbewahrten Akten über diese Kapelle ist die Andachtsstätte von Josef
und Barbara Zeck im Jahre 1885 erbaut worden.
Obwohl nach mündlicher
Überlieferung schon vorher eine Kapelle in Radiga gestanden sein soll, von
welcher man Teile sogar in den Bau von 1885 mit einbezogen habe, ist davon in
keinem Aktenstück die Rede, so dass durch quellenmäßige Belege nur die eingangs
angeführte Nennung von Erbauer und Erbauungsjahr gesichert ist. Am 16.9.1885
soll die Kapelle auf das Patrozinium „Maria Hilf“ geweiht worden sein.
Beschreibung der Kapelle und ihrer Einrichtung
Die Andachtsstätte ist über rechteckigem Grundriss, der sich im Nordosten in
eine rundgeschlossene kleine Apsis weitet, errichtet.
Der Bau ist im Südosten
und Nordwesten in je einem Spitzbogenfenster geöffnet und auf dem Satteldach ist
ein über quadratischem Grundriss ausgeführter Dachreiter mit Spitzhelm, der vier
rechteckige Schallfenster zeigt, aufgesetzt.
Durch ein Rechteckportal betreten wir das platzgewölbte, durch einen Gurtbogen
in zwei Joche gegliederte Innere.
In der Apsis befindet sich über einer ganz
schmalen Altarmensa, die der Apsisrundung angepasst ist, ein Altar mit
Säulenaufbau, in dessen Zentrum das Bild „Maria Hilf“ angebracht ist.
Unter der
mit dem Jesuskind auf einer Wolke thronenden und von zwei Engeln flankierten
Gottesmutter sind links die Heiligen Franziskus von Assisi, der an der Wende vom
12. zum 13. Jhdt. lebende Gründer des Ordens der Minderbrüder und Antonius,
einer der bekanntesten und ersten Heiligen des Ordens zu sehen.
Der große
Prediger Antonius starb im Jahre 1231 und ist in Padua bestattet. Rechts die
Heiligen Elisabeth und Klara, die ebenfalls mit der Bewegung des hl. Franz in
Verbindung zu bringen sind. Elisabeth war die Tochter König Andreas´ II. von
Ungarn und wurde bereits mit 14 Jahren auf der Wartburg mit Ludwig, dem Sohn des
Landgrafen von Thüringen verheiratet.
Nach nur fünfjähriger Ehe starb ihr Mann
auf dem Kreuzzug. Die junge Witwe zog sich bald danach als Franziskanertertiarin
nach Marburg an der Lahn zurück und widmete ihr Leben nun selbstlos den
Hilfsbedürftigen, nachdem sie sich auch schon während ihrer Ehe sehr um alle
Armen und Kranken gekümmert hatte.
Elisabeth starb 1231 im Alter von erst 24
Jahren und wurde bereits vier Jahre später heilig gesprochen.
Die hl. Klara von
Assisi kann durch die Predigten des hl. Franziskus mit diesem in Beziehung und
folgte seiner Bewegung.
Für sie und ihre Gefährtinnen gründet er den „Zweiten
Orden der Armen Frauen“, der später auch als Klarissenorden bezeichnet wird.
Klare steht als Äbtissin der sich rasch vermehrenden klösterlichen Gemeinschaft
vor. Sie stirbt 1253 und wird nur zwei Jahre später heilig gesprochen.
Als Seitenfiguren auf dem Altar sehen wir die Pestpatrone Sebastian und Rochus.
Sebastian war römischer Offizier und als solcher Anführer der Leibwache des
Kaisers Diokletian; er bekannte sich aber zum Christentum. Als er deshalb beim
Kaiser angezeigt wurde, band man ihn auf dessen Befehl an einen Baum, ließ ihn
von Pfeilen beschießen und totgeglaubt liegen.
Er wird aber gesund gepflegt und,
als er hierauf dem Kaiser gegenübertritt, mit Knütteln zu Tode geschlagen.
Die
häufigste Darstellung zeigt den Märtyrer an einen Baumstamm gebunden und von
Pfeilen durchbohrt.
Dass er vor allem in der Pestzeit als Nothelfer angerufen
wurde, hat seine Wurzel wahrscheinlich in der alten Auffassung, dass die Pest
durch geheimnisvolle Pfeile auf den Menschen übertragen wird. Rochus, in
Montpellier Ende des 13. Jhdt. geboren, schenkte nach dem Tod seiner adeligen
Eltern das Vermögen den Armen und pilgerte nach Rom, wo er sich der Pestkranken
annimmt.
Er bleibt arm und ohne Ansehen, wird selbst pestkrank, gesundet aber.
In seine Heimat zurückgekehrt, wird er dort für einen Spion gehalten und in das
Gefängnis geworfen, wo er stirbt.
Er wird als Pilger dargestellt, auf eine
Pestbeule am Oberschenkel zeigend.
Auf dem Gebälk sitzen kerzentragende Engelchen. Als weiteren Schmuck finden wir
in der Apsis unmittelbar neben dem Altar links ein Ölbild, das nach einem
Inventar vom Jahre 1873 Christus als „Salvator mundi“, als Weltheiland zeigen
soll und rechts eines den heiligen Nährvater Josef darstellend.
Am Übergang vom
zweiten Joch zur Apsis links eine Herz-Jesu-Skulptur aus Holz, rechts eine in
gleicher Art Maria mit dem durchbohrten Herzen darstellend.
Erwähnenswert ist noch ein Bild der Pietà mit den Leidenswerkzeugen Christi,
welches von A. Krauß 1885 geschaffen wurde und sich an der südöstlichen Wand
befindet. Ein hölzerner Volksaltar sowie vier Bankreihen, die einen Gang zum
Altar freigeben, bilden die weitere Einrichtung.
Nach der Weihe der Kapelle wurde vorerst nur eine Glocke aufgezogen, die von
Karl Feltl 1856 in Graz gegossen worden war.
Einige Jahre später – 1884 – ist
eine zweite, von Albert Samassa aus Laibach geschaffene hinzugekommen.
Beide
mussten während des Ersten Weltkrieges jedoch für Kriegszwecke abgeliefert
werden.
Im Jahre 1919 konnte die Dorfgemeinschaft Radiga wegen der schwierigen
finanziellen Verhältnisse vorerst nur eine neue Glocke anschaffen. Erst 1936
kaufte man eine zweite, ein Zügenglöcklein. Diese zwei Glocken befinden sich
noch heute im Dachreiter der Kapelle.
Gottesdienstliche Handlungen
Im Jahre 1873 hat der Erbauer der Kapelle, Josef Zeck, Um Erteilung der
Erlaubnis gebeten, dass in der Kapelle von Radiga heilige Messen gefeiert werden
dürfen.
Als einen der Gründe führte er an, dass es zu diesem Zeitpunkt in der
ausgedehnten Pfarre St. Johann im Saggautal noch keine Kapelle mit einer
Messlizenz gäbe.
Das Ansuchen wurde auch vom Pfarrer unterstützt und nach einer
Visitation der Andachtsstätte durch den Dechant von Leutschach, die positiv
verlief und über die jener dem Ordinariat Mitteilung machte, wurde am 5.11.1873
eine Messlizenz für die Kapelle in Radiga ausgestellt. Es durften ab nun in den
Monaten April bis Oktober an je zwei Werktage sowie am Fest des heiligen Markus
und an einem Bittage heilige Messen in der Kapelle zelebriert werden.
In Jahre
1944 wurde die Messlizenz insofern erweitert, dass fortan auch an Sonn- und
Feiertagen heilige Messen gefeiert werden durften. In früheren Jahren fanden in
der Kapelle auch die so genannten Christenlehren statt.
Heute gibt es noch am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt eine Bittprozession von
St. Johann nach Radiga mit einer anschließenden heiligen Messe in der Kapelle.
Im Mai wird täglich die Maiandacht gebetet und eine heilige Messe für lebende
und verstorbene Stifter und Wohltäter der Dorfkapelle Radiga gefeiert.

Hlgst. Herz
Jesu in Untergreith (Schwabkapelle)
von Dr. Erich Linhardt in der
Gemeindechronik
Beschreibung der Kapelle
Das Ehepaar Karl und Ludmilla Neger, vlg. Greithschwab in Untergreith, ließen
diese Andachtsstätte im Jahre 1937 – am 5.9. des genannten Jahres wurde sie
geweiht – erbauen.
Der
Rechteckbau ist außen durch Halbsäulen gegliedert und in zwei Rundbogenfenstern
geöffnet.
Dem mit Ziegeln gedeckten Satteldach ist ein Giebelreiter mit vier
Rundbogenschallfenstern aufgesetzt.
Der Außenbau ist weiters mit vom
Kirchenmaler Pronegg geschaffenen Heiligendarstellungen geschmückt.
An der
Westwand sehen wir den hl. Florian, den Patron gegen Feuersgefahr, in der
üblichen Darstellung.
Daneben den hl. Leonhard mit Stab und Ketten; er lebte im
6. Jhdt., war Abt des von ihm gegründeten Klosters Noblac bei Limoges und wird
als Patron der Gefangenen aber auch als Viehpatron verehrt.
An der östlichen
Außenwand Abbildungen der Heiligen Sebastian und Georg, die beide auch zu den
vierzehn Nothelfern zählen.
Über das Leben des hl. Georg ist historisch nichts
nachzuweisen.
Er soll aus Kappadozien (Kleinasien) stammen, im römischen Heer
einen hohen Rang eingenommen haben und für seinen Glauben an Christus grausam
gefoltert und schließlich um 303 enthauptet worden sein.
In der Legende befreite
er eine Königstochter und ihre ganze Stadt von einem Drachen, der nacheinander
alle Bewohner zu verschlingen drohte.
Er gilt schlechthin als Kämpfer gegen das
Böse und Besieger des Teufels. In dieser Eigenschaft wird er als Drachentöter
verehrt.
Sechs Stufen führen zum rundbogigen Eingangstor, durch welches wir den
dreijochigen Innenraum betreten; ein Joch kann als Chorjoch bezeichnet werden.
Am geraden Schluss dieses Joches ein Altartisch, über dem sich eine hölzerne
Statue des Heiligen Herzens Jesu erhebt, die von ebenfalls hölzernen Engeln
begleitet wird. Die Skulptur umrahmt ein in Architekturmalerei ausgeführter
Säulenaltaraufbau. Im Inneren der Andachtsstätte sehen wir weiters noch die
Abbildung der hl. Mutter Anna, wie sie Maria das Alte Testament lehrt, und des
hl. Nährvaters Josef mit dem Jesukind und einer Lilie in der Hand.
Zwei weiter
Bilder zeigen die Namenspatrone des Erbauerehepaares.
Das eine den hl. Karl Borromäus, der im 16. Jhdt. Kardinal und Erzbischof von Mailand war.
Ihn haben
besonders seine selbstlose und aufopfernde Seelsorge während der Pest
ausgezeichnet, weswegen er auch als Pestpatron verehrt wird. Das andere stellt
die hl. Ludmilla dar.
Im Jahre 1987 ist die Andachtsstätte restauriert worden.

Bilder aus alter Zeit
Gottesdienstliche Handlungen
Am 5.4.1946 ergeht vom Pfarramt St. Johann an das Bischöfliche Ordinariat die
Bitte, es möge die Erlaubnis erteilt werden, dass in der Schwabkapelle drei bis
fünf Mal während des Jahres, besonders in den Sommermonaten, das Heilige
Messopfer gefeiert werden darf.
Sei es, dass ein Jugendgottesdienst in
Verbindung mit den Christenlehren an den Nachmittagen der Sonntage zelebriert
wird, oder an Werktagen in Verbindung mit einer von der Pfarrkirche aus dorthin
führenden Prozession, um einen fruchtbaren Regen zu erbitten.
Im Gesuch wird
auch darauf verwiesen, dass am 21.6.1942 der Kreuzweg in der Kapelle errichtet
wurde.
Auf Grund dieses Ansuchens wurde vom Ordinariat der Dechant von Leutschach beauftragt, die Kapelle zu visitieren, und dieser berichtet am
25.4.1946 an das Ordinariat: „Der Zustand der Kapelle ist erstklassig…, wir
haben noch nie eine so schöne Landkapelle gesehen“.
Am 2.5. des genannten Jahres wird schließlich die Messlizenz für drei Wochentage
und einen Sonntagnachmittag ausgestellt.
Derzeit werden in der Schwabkapelle hl. Messen für die Verstorbenen der
Erbauerfamilie sowie jene, die im Reslgraben gewohnt haben, zelebriert. Im Monat
Mai wird in den Maiandachten besonders zur Muttergottes gebetet, und am
Karsamstag werden hier auch die Osterspeisen gesegnet.

Maria Hilf in Eichberg (Ratzberg)
von Dr. Erich Linhardt in der
Gemeindechronik
Der kleine Bau trägt einen über quadratischem Grundriss errichteten
Giebelturm mit vier rundbogigen Schallfenstern, den ein Pyramidendach
abschließt.
Die Kapelle ist in zwei mit gedrückten Rundbögen versehenen Fenstern
geöffnet.
Über dem die Portalzone zum Giebelturm hin trennenden Gesims eine rundbogige Nische mit einer gemalten Darstellung des hl. Urban, des in allen
Weingegenden besonders verehrten Bischofs von Autun und Langres.
Dieser soll
sich vor seinen Verfolgern hinter einem Weinstock verborgen haben und hält
deshalb auf Darstellungen oft sogar eine ganze Rebe mit Trauben in Händen; er
wird als Patron der Winzer gefeiert.
Das Bild des Heiligen an der Kapellenwand
wurde im Jahre 1971 von Gerold Reiterer restauriert.
Durch das ebenfalls einen gedrückten Rundbogen aufweisende Portal treten wir in
das zweijochige, platzlgewölbte Innere der Andachtsstätte. Ein Gurtbogen trennt
das zweite Joch von der Rundapsis, in der eine Altarmensa und darüber eine
hölzerne Skulptur – gekrönte Muttergottes mit gekröntem Jesuskind – zu sehen
sind.
Zur Kapelle am Ratzberg führen jährlich zu Christi Himmelfahrt Bittprozessionen,
die in St. Johann bzw. Gündorf ihren Ausgangspunkt haben und mit einem
Wortgottesdienst in der Andachtsstätte schließen.
Auch Maiandachten werden in
der Ratzbergkapelle, die sich im Eigentum der Familie Reiterer, vlg. Bankert
befindet, gehalten.

Kapelle am Eichberg - die Plosch-Kapelle
von Dr. Erich Linhardt in der
Gemeindechronik
Der über rechteckigem Grundriss errichtete Bau trägt ein Ziegel gedecktes
Satteldach und ist in zwei rechteckigen Fenstern geöffnet.
Über der Eingangstür
mit flachem Rundbogen leitet ein Gesims zum Giebel über, aus dem ein kleiner
Giebelreiter mit einem Zeltdach aus Blech und vier rechteckigen Schallöffnungen
wächst.
Das platzgewölbte Innere weist keinen besonderen Schmuck auf. Nur über der
Altarmensa ist ein bemerkenswertes Ölgemälde, das die so genannte „Erweiterte
Hl. Familie“ zeigt, angebracht.
Von links sind zu sehen: Joachim, Anna, Maria,
Jesus, Johannes der Täufer, Elisabeth, Zacharias und Josef.
Den engsten Kern der
Hl. Familie bilden Maria, Josef und der Jesusknabe. Kommen zu diesen Dreien –
wie auf unserem Bild – noch die Eltern Marias, Joachim und Anna, sowie der
Vorläufer und Wegbereiter Jesu, Johannes der Täufer mit seinen Eltern Elisabeth
und Zacharias dazu, so spricht man von der „Erweiterten Hl. Familie“.
Dieses
Bildmotiv löste ab der Zeit der Gegenreformation die bis dorthin häufigere
Darstellung der „Hl. Sippe“ ab.
Darauf ist Anna, die nach der so genannten „Trinubiumslegende“
nach dem Tod Joachims noch zweimal geheiratet und noch zwei Töchter geboren
habe, gemeinsam mit ihren drei Ehemännern, den Töchtern und Enkelkindern zu
sehen.
In der Andachtsstätte, die sich im Besitze der Familie Schwarz befindet, werden
Maiandachten gebetet und am Karsamstag die Osterspeisen gesegnet.

Kapellen in Untergreith - die Gschmeidler-Kapelle
von Dr. Erich Linhardt in der
Gemeindechronik
Den Ziegel gedeckten, außen durch Halbsäulen und Blendarkaden gegliederten
Rechteckbau, aus dem ein Giebelreiter mit Blech gedecktem Spitzhelm, der in vier
spitzbogigen Schallfenstern geöffnet ist, wächst, ließ Leopold Koineg im Jahre
1894 erbauen.
Über dem ebenfalls spitzbogigen Eingang leitet ein Gesims zu dem
trapezförmigen Giebelfeld über.
Das Innere der Andachtsstätte ist gewölbt.
Über der Altarmensa erhebt sich ein
bescheidener Säulenaufbau, in dessen Zentrum sich eine plastische Darstellung
der Muttergottes von
Lourdes befindet.
Der Altar wird von zwei Heiligen flankiert. Links die Skulptur
eines bärtigen Mannes, der in eine dunkle, mit einem Strick gegürtete Kutte mit
Kapuze gehüllt ist und als Attribute Brot, Kerze und am Strick befestigte
Schlüssel trägt. Bei diesem nicht eindeutig zu identifizierenden Heiligen dürfte
es sich um den viel verehrten Antonius Eremita, oder Antonius der Große, wie er
auch genannt wird, handeln, der im 3. u. 4. Jhdt. In der Wüste Ägyptens lebte.
Besonders der Habitus des hier zu sehenden Heiligen (Bart, dunkles, gegürtetes
Gewand) würden neben der Ansicht der Bevölkerung auf ihn weisen. Rechts die hl.
Theresia von Lisieux oder Theresia vom Kinde Jesu, wie sie auch genannt wird.
Sie wurde 1873 zu Alencon in der Normandie geboren und mit päpstlicher Erlaubnis
schon 1888 in den Karmel von Lisieux aufgenommen. Sie war von glühender Gottes-
und Nächstenliebe erfüllt und wurde die Lehrerin des „kleines Weges“ im
„Kindsein vor Gott“. In ihrem weltbekannten Buch „Geschichte einer Seele“
hinterließ sie uns eine minutiöse Schilderung dieses ihres „kleinen Weges“ zur
Vollkommenheit.
Bereits im Jahre 1897 starb Theresia nach einem langen
Krankenlager und wurde 1925 heilig gesprochen.
Auf ihrem hölzernen Grabkreuz
steht ihr eigener Ausspruch: „Ich werde meinen Aufenthalt im Himmel damit
verbringen, Gutes auf Erden zu wirken“.
Den kleinen Sakralraum, der noch von mehreren Heiligen- und Andachtsbildern
geschmückt wird, durchlichten zwei Spitzbogenfenster.
Vor dem rechten Fenster
eine Gedenktafel an die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.
Die Andachtsstätte,
in der Maiandachten abgehalten und jeweils am Karsamstag für die Bewohner der
umliegenden Häuser die Osterspeisen gesegnet werden, ist heute im Eigentum des
Benno Reiterer.

Kapellen in Untergreith - die Kapellenschneider-Kapelle
von Dr. Erich Linhardt in der
Gemeindechronik
Der kleine, über rechteckigem Grundriss errichtete Bau trägt ein Ziegel
gedecktes Satteldach.
Durch eine rundbogige Tür gelangen wir in das Innere der
Kapelle, das von zwei Rundbogenfenstern durchlichtet und von zwei Gurtbogen in
drei kleine Joche unterteilt wird, wovon eines als ganz kleines Chorjoch
bezeichnet werden könnte.
An seinem geraden Schluss befindet sich eine
Altarmensa, über welcher eine Rundbogennische in die Wand eingelassen ist, die
die Skulptur einer sitzenden Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem Schoß
beherbergt.
Die Nische wird von zwei kleinen Säulen, auf deren Kapitellen je ein
Engel steht, flankiert. Kreuzwegbildchen sowie mehrere Heiligendarstellungen
bilden einen weiteren Schmuck des Inneren der Andachtstätte.
Die Kapelle, die sich im Eigentum des Johann Resch befindet, dürfte nach eigener
heute nicht mehr erhaltenen, aber auf einer älteren Fotografie des Sakralbaues
noch zu sehenden Inschrift über dem Eingang im Jahre 1938 erbaut worden sein.
Es werden hier jährlich die Osterspeisen gesegnet und Maiandachten gehalten.

Kapelle in Gündorf

von Dr. Erich Linhardt in der
Gemeindechronik
Die Andachtsstätte trägt einen fast zu groß wirkenden, von einem Pyramidendach
abgeschlossenen Giebelturm, der in vier Schallfenstern geöffnet ist.
Das Äußere
wird noch besonders von in Rundbogennischen sich befindenden gemalten
Heiligendarstellungen geschmückt.
An der nördlichen Außenwand ist der
Pfarrpatron, der hl. Johannes der Täufer, zu sehen, südlich der hl. Florian in
der üblichen Art der Darstellung.
Das von zwei Rundbogenfenstern durchlichtete platzgewölbte Innere weist einen
kleinen, eingezogenen und rund geschlossenen Chorraum auf.
Die Apsis, in der
sich auf einer Altarmensa eine hölzerne Figur, die Christus an der Geißelsäule
darstellt, befindet, ziert Architekturmalerei.
In der Kapelle werden Maiandachten gebetet und jährlich die Osterspeisen
gesegnet. Die neun Richter der Gemeinde Gündorf sind Eigentümer der
Andachtsstätte.

Filial- und Wallfahrtskirche
St. Georgen am Lukowitsch

von Dr. Erich Linhardt in der
Gemeindechronik
Zwar nicht in der Pfarre, aber doch im Bereich der politischen Gemeinde St.
Johann i.S. steht dieser aus dem 14. Jhdt stammende gotische Sakralbau.
Das Patrozinium würde sogar auf eine noch ältere als die bestehende gotische
Kirche hinweisen.
Dem ein ziegelgedecktes Satteldach tragenden Langhaus ist im Westen der
dreigeschossige Turm mit Zwiebelhaube und einer in Spitzbogen geöffneten
Turmhalle angebaut.
Im Inneren schließt sich an das zweijochige, kreuzrippengewölbte Langhaus ein
gleich breiter, ebenfalls Kreuzrippen tragender Chor mit 5/8 Schluss an.
Die spätgotischen Chorfenster sind im Barock, aus welcher Zeit auch die übrigen
Fenster der Kirche stammen, vermauert worden.
Der Hochaltar, ein Säulenaufbau, stammt aus der Zeit um 1749.
Im Zentrum ein Bild des hl. Georg, wie er gerade den Drachen tötet.
Auf den Umgangsportalen ein nicht näher zu bestimmender hl. Bischof mit einem
Ährenbund und der hl. Urban mit seinem Attribut, den Weintrauben.
Die beiden Seitenaltäre verfertigte urkundlich der Leibnitzer Bildhauer Caspar
Puchheim im Jahre 1755.
Am linken Seitenaltar sehen wir die von Engeln flankierte Darstellung des Todes
des hl. Franz Xaver.
Das rechte Seitenaltarblatt zeigt die Heimsuchung Mariens, den nach der
Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria, dass sie den Gottessohn gebären
werde, erfolgten Besuch bei ihrer Base Elisabeth.
Auch dieses Altarbild ist von Engeln flankiert.
In den Westteil des Sakralraumes ist eine barocke hölzerne Empore eingefügt.
Die Orgel wurde, wie die Inschrift über dem Prospekt zeigt, im Jahre 1696
errichtet.
Dieses Instrument stand bis 1744 in der Pfarrkirche Gleinstätten, wurde dort
durch eine neue Orgel von Caspar Mitterreither ersetzt und in die St.
Georgkirche übertragen.
Im Zuge der letzten Kirchenrestaurierung wurde die Orgel durch die Orgelbaufirma
Krenn aus Graz wiederhergestellt.
Zusammen mit der Orgel von Adriach bei Frohnleiten gehört dieses Werk zu den
wenigen Orgelwerken, die sich aus dem 17. Jhdt erhalten haben.
Disposition:
Manual (C kurz - c´´´) Copel 8´ (Holzgedeckt)
Principal 4´ (Prospekt) Flöte 4´ Oktav 2´
Quint 1 1/3´ Mixtur 1´
Gottesdienstliche Handlungen
Derzeit werden in der dem hl. Georg geweihten Kirche am Lukowitsch am
Georgensonntag, am Oster- und Pfingstmontag, am Magdalenasonntag sowie am
Sonntag nach Allerheiligen Heilige Messen gefeiert.
Am Georgisonntag gibt es in Verbindung mit der hl. Messe auch eine
Pferdesegnung, die vom Reitclub initiiert wird; St. Georg wird auch als
Viehpatron besonders für die Pferde verehrt.
Außer den hl. Messen an den genannten Tagen und der Pferdesegnung werden in der
Kirche Maiandachten gebetet, wovon eine gemeinsam von der Landjugendgruppen St.
Johann i.S. und Gleinstätten gestaltet wird.
Die Osterspeisen für die Bewohner der Umgebung der Kirche werden ebenfalls hier
gesegnet.

Kapelle in Wuggau

Die schöne Dorfkapelle in
Wuggau, welche der Familie Tinnacher, vulgo Wuggaupartl, gehört, war durch die früheren Hochwässer
stark beschädigt worden.
Sie wurde daher außen und innen neu renoviert.
Alte Fresken konnten freigelegt und erneuert werden, sowie die Statue „Jesus nimmt Abschied von seiner Mutter“
erstrahlt jetzt wieder in neuem Glanz.

Weitere Zeugen des Glaubens
Wuggaupartl-Kreuz
(Tinnacher-Kreuz im Bild mit den Besitzern und Erhaltern des Kreuzes)
Literwirtkapelle im Priestergraben
Neuer-Bildstock am
Georgenberg
Rösel-Bildstock im
Röselgraben
Bildstock bei
Wittmann am Georgenberg
Kapelle
Weixler im
Priestergraben
Bildstock
Sternad im
Röselgraben
Kapelle
Spielmann in
Saggau
Soppa-Bildstock im
Soppaeck
Zwetti-Bildstock im
Pristergraben
Kröll-Bildstock am Ortsende-Nord von St. Johann/S

aktualisiert am
08.08.2011