Der Vorgängerbau der heutigen Pfarrkirche
Das erste sich in St.
Johann im Saggautal befindliche Gotteshaus befand sich ungefähr an der selben
Stelle wo der Hochaltar der gegenwärtigen Kirche steht, deren Erbauungsjahr
allerdings unbekannt ist.
Es
wird angenommen, dass diese erste Kirche im Mittelalter, analog dem damaligen Typus
der Landkirchen, ein Holzbau gewesen ist,
der dann in der Folge, da diese
Gotteshäuser immer wieder abbrannten, von einem Steinbau ersetzt wurde, der
wahrscheinlich
auch den einzelnen Stilepochen entsprechend öfters Veränderungen
erfuhr.
Aus einer Aktennotiz wissen wir aber, dass der unmittelbare Vorgängerbau
der heutigen Kirche noch kein Steingewölbe hatte.
Über dieses Bauwerk haben wir
noch einige spärliche Mitteilungen:
Um 1607 hatte die Kirche von St. Johann im
Saggautal vier Altäre aber keinen Tabernakel.
Das Allerheiligste wurde wie
ursprünglich üblich, daher auch der Name, in der Sakristei aufbewahrt.
Die Kirche, die jene
in Großklein an Größe übertraf, hatte einen mit einer weißblechenen Kuppel
versehenen Turm, welcher in
der Form dem der Kirche in Leutschach glich.
Im
Gotteshaus war auch eine Kanzel vorhanden, die sich auf der linken Seite befand.
Bei Beginn des Neubaues wurde die bestehende Kirche nicht sofort gänzlich abgetragen, sondern allmählich, wie es das Voranschreiten des Baues bezüglich des Bauplatzes erforderte. Viele Einrichtungsgegenstände, so auch zwei Altäre, sind in den Neubau übertragen worden.
Als man das alte Gotteshaus endgültig gänzlich abbrechen musste und in der neuen Kirche noch nicht zelebriert werden konnte, wurden nach dem Bericht in der Pfarrchronik, die Messen in einem "hölzernen Gezelte" auf dem Friedhof (dem heutigen Kirchplatz) gelesen.
Die heutige barocke Pfarrkirche - Baugeschichte
Die Planung des Neubaues sowie dessen Ausführung
In einem im Diözesanarchiv vorhandenen und auch von Kohlbach erwähnten Schreiben
des Pfarrers an den Bischof, in dem er
diesen um Genehmigung des Kirchenbaues
nach dem beiliegenden Risse bittet, welcher Bitte der Oberhirte am 29.11.1753
auch nachkam, teilt der Seelsorger unter anderem mit, dass er sich von zwei
Baumeistern Risse habe anfertigen lassen.

Den ersten habe Josef Huber vorgelegt,
bei diesem käme aber ein "flikhwerch und winkhlwerch wie aniezo" heraus.
Der
Entwurf von Hueber sei zwar etwas billiger, aber nach dem von Johann Fuchs, der
den zweiten Riss verfertigte, bekämen sie
eine ganz neue Kirche mit Turm.
Aus
diesen Äußerungen des Pfarrers ist erstens zu entnehmen, dass die alte Kirche
schon zahlreiche Um- und Zubauten ("flikhwerch")
erlebt haben musste und dass
zweitens von Beginn an eigentlich nicht ein gänzlicher Neubau geplant gewesen
war.
Als zweiten Grund, warum man sich für den Entwurf von Johann Fuchs
entschieden hatte, führte der Pfarrer an, dass Hueber in St. Veit
am Vogau und
in
St. Ulrich bei Eibiswald die vorgeschlagenen Kosten um das Doppelte
überschritten habe.
Die Ursache, die dazu geführt hat, sich zu einem Umbau und dann aus dem oben
genannten Grund sogar zu einem völligen Neubau zu entschließen, wird zwar nicht
eindeutig genannt, auf sie kann aber durch verschiedene Mitteilungen geschlossen
werden.
Berichte über größere Reparaturen in der ersten Hälfte des 18.
Jahrhunderts weisen nämlich darauf hin, dass das alte Gotteshaus
immer
baufälliger geworden war.
So mussten zum Beispiel 1705 das dach der Kirche
erhoben und gänzlich neue Mauerbänke eingezogen werden.
1753/54 wurde mit dem Bau des neuen Gotteshauses begonnen.
Der Platz wurde planiert, die Grundfestung wurde von der Vogtei Arnfels gelegt,
dabei wurden die bestehenden Häuser als Stütze verwendet.

Während der
Arbeiten geriet man in finanzielle Schwierigkeiten, welche nach der Pfarrchronik
durch eine großzügige Spenden der Pfarrgemeinde und
vor allem durch eine mannhafte
Unterstützung, die Pfarrer Matthias Maier aus seinem Privatvermögen gewährte,
behoben werden konnten.
Eine große Schwierigkeit verursachte die großen Wölbung in der Kirche. Es
entstand Mangel an
Ziegeln und es wurde von der Herrschaft Arnfels
"ex offo" (dieser Begriff ist ein Synonym für von Amts wegen) befohlen, dass
jeder, der solche hatte, diese herbeischaffen musste.
Man musste Tag und Nacht, Sonn und Feiertags arbeiten, um das große Gewölbe zur Vollendung zu bringen.
Das Turmdach konnte aber aus finanziellen Gründen nicht
sogleich fertig gestellt werden, - die Pfarrchronik gibt daran den
Vogteiverwalter von Arnfels, der mutwillig einen Prozess inszeniert habe, die
Schuld - sondern der Turm wurde vorerst nur mit einem einfachen Bretterdach
abgeschlossen.
Erst 1830/32 versah man denselben auch mit einer Kuppel.
Der Baumeister -
Johann Fuchs (Janez Nepomuk Fuchs)
Geboren 1727 in Neiss, Schlesien - wohnhaft im Maribor im Haus Nr. 95 - am 9.5.1804
im 77 Lebensjahr in Maribor verstorben.
Neben Josef Hueber war er der Hauptvertreter des steirischen Barocks im 3.
Viertel des 18. Jahrhunderts.
Aus seinen Werken ist ersichtlich, dass er die stärksten Anregungen von der Wiener Barockarchitektur erhalten hat.
Seine Kirchen sind vom Geist des hochbarocken Raumgefühls bestimmt, die späteren Werke weisen schon klassizistische Einflüsse auf.
Gustav Puff bezeichnet ihn in seinem im Jahre 1845 über Marburg erschienenen Buch als berühmtesten Baumeister dieser Stadt.
Über Herkunft und Leben dieses Meisters wissen wir kaum Bescheid, aus seinen
Werken ist jedoch ersichtlich, dass er die stärksten Anregungen von der Wiener
Barockarchitektur erhalten hat.
Der aus Schlesien gekommene Baumeister habe allein so viele Lehrjungen
freigesprochen, wie alle anderen Lehrmeister in einem halben Jahrhundert.
Auf Grund der vom Pfarrer dem
Bischof genannten und oben angeführten Überlegungen bekam Johann Fuchs den Vorzug vor Josef Hueber
und den Auftrag, in St. Johann i. S. ein neues Gotteshaus zu bauen.
Laut DEHIO war dieser Bau wohl sein Hauptwerk.
Während der Erbauung hat er laut Pfarrchronik Unterhalt beim vlg. Bachpeter in
St. Johann im Saggautal gefunden.
Nachstehende Bauwerke werden Johann Fuchs zugeschrieben:
Veränderungen am Bau bis in unsere Zeit
Die Pfarrkirche von St. Johann im Saggautal
präsentiert sich heute eigentlich
noch in derselben Gestalt, in welcher der Bau in den Jahren 1758/59 vollendet
worden war.
Der Vollständigkeit halber seien aber kleine
Veränderungen und Restaurierungen kurz aufgezählt:
Der Turm wurde, wie bereits früher erwähnt, bei Beendigung des Baues vorläufig nur mit einem Bretterdach versehen und erhielt erst 1830 - 32 eine Kuppel, wie man auf einem Plan die den Turm abschließende Zwiebel mit Laterne bezeichnete. Ein Blitzschlag beschädigte diesen Turm 1865 teilweise, worauf er im folgenden Jahr repariert wurde.
1889 wurden die Dächer der sich nördlich und südliche am Chor befindenden Anbauten, die die Sakristeien und Oratorien beinhalten, um einen Meter niedriger angelegt.
Ein Brand, der in einem der Kirche gegenüberliegenden Anwesen seinen Ausgang
nahm und auf das Gotteshaus übergriff, beschädigte dieses im Jahre 1891 schwer.
Das Innere des Turmes, Glocken, Uhr und Orgel wurden total zerstört.
Auch Zwiebel
und Laterne am Turm (eine mit Blech beschlagene Holzkonstruktion) wurden zur
Gänze ein Raub der Flammen
und mussten vollkommen erneuert werden.

Im Jahre 1910 wurden das Kirchendach überdeckt und die Kirchenfassade bis zum
Turmansatz restauriert;
Seit 1912 gibt es im Gotteshaus elektrisches Licht.

Eine vollständige Innenrestaurierung erfuhr der Bau 1962/63,
und zehn Jahre
später konnten die finanziellen Mittel aufgebracht werden,
um auch das Äußere
der Kirche gänzlich renovieren zu lassen, nachdem bereits 1966 als erster Beginn
einer Außenrestaurierung
das Dach erneuert und eine Blitzschutzanlage angebracht
worden war.
Die nächste Veränderung betrifft zwar nicht den
Bau, sondern die Einrichtung, sei aber hier trotzdem erwähnt,
war der 1976/77
erfolgte Einbau einer Heizung in die zur gleichen Zeit vorzüglich restaurierten
Bänke.
Im Jahre 2002 erfolgte eine gesamte Restaurierung des Kircheninnenraumes.

Architektonische Beschreibung der Kirche
Das äußere Erscheinungsbild 
Das Gotteshaus ist ein längsovaler Zentralbau mit einer Einturmfassade im Westen
und einem im Osten an den Zentralraum angebauten
Chor mit rundem Abschluss.
Durch die an das zwischen Zentralraum und Fassade im Westen eingebaute schmale
Vorjoch angebauten Nebenräume kommt es zu
einer breiten Entfaltung der
Einturmfassade, welche durch Pilaster gegliedert ist.

Die etwas akzentuierte,
leicht konkav einschwingende Fassadenmitte begleiten zwei auch
konkav rückschwingende Flankenteile.
Im Mittelteil der Fassade befindet sich das mit
Bandwerkornamenten verzierte Portal, das von
einer Statue des
hl. Johannes des
Täufers bekrönt wird.
Baumaße
Das Bau-Vorbild des Baumeisters Johann Fuchs war die Peterskirche in Wien mit
mehrfach geschwungener Einturmfassade.
Der längsovale Kirchenraum ist an seinen Langseiten zu einer breiten Mittelkapelle und flankierend, die Diagonale betonenden schmäleren Kapellennieschen geöffnet und von einer mächtigen Flachkuppel überwölbt.
Gesamtlänge 42,07 m
Gesamtbreite 22,50 m
Turmhöhe gesamt 58,52 m
Turmhöhe Mauer 40,50 m
Turmmauerbreite 3 Klafter = 5,69 m
Turmmauerfundamenttiefe 6 Klafter = 11,38 m
Kuppelhöhe 27,15 m
Dachstuhlhöhe (3 Etagen) 12,85 m
Das Fundament für die neue Kirche wurde an den bestehenden
Häusern (siehe Bild) über den gesamten Hofbereich, unter der Straße bis hin zum
Kirchen-Neubau errichtet. Die Kirchenummauerung mit den beiden Stiegenaufgängen
und dem runden Kirchenvorplatz wurde 1855 errichtet. Der Standort der alten
Kirche ist im Bild markiert.
Das ehemalige Straßensteilstück zwischen den Häusern Nr. 6, 8, 9 und der
Kirchenummauerung wurde in den Jahren um 1950 aufgefüllt und dadurch leichter
befahrbar gemacht, das offene Wassergerinne südlich der Kirche wurde
kanalisiert.
In den Seitenteilen der Fassade je eine Nische mit den die Eltern
Johannes des Täufers darstellenden Sandsteinplastiken.

Links seine Mutter, die
hl. Elisabeth,
rechts der hl. Zacharias, sein Vater.
Zacharias trägt die
gehörnte Mitra des Hohenpriesters und hält eine Tafel in der Hand, auf der
Steht: "Johannes ist sein Name". Es ist hier die Szene aus Lukas 1, 63
festgehalten.
Diese beiden Steinplastiken wurden im Jahre 1917 vom Bildhauer
Pichler aus Leibnitz
nach Tonmodellen
des Peter Neuböck aus Aflenzer Sandstein
geschaffen.
Die Kosten trug das Geschwisterpaar Simon und Maria Temmel, vlg.
Heintschi aus Saggau.
Über der die Fassade abschließenden Gebälkzone befindet sich die im Mittelteil
mit dem
Segmentgiebel versehene Attikazone,
aus welcher der zweigeschossige Zwiebelturm
mit Laterne wächst; er wird von Volutenansätzen begleitet.
Der zentrale
Kirchenraum wird auf der Nord- und auf der Südseite von je drei
Rundbogenfenstern belichtet.
Nördlich und südlich des an diesen Seiten in je
einem Fenster geöffneten Chores sind jeweils zweigeschossige Komplexe angebaut,
in denen sich die Sakristeien und darüber Oratorien befinden.
Die Sakristei an
der Nordseite wurde bereits 1882 in eine heizbare Beichtkammer umgestaltet und
war in den
letzten Jahren zeitweise als Werktagskapelle in Verwendung.
In der Kirche und an der
Südseite des Zentralbaues sind Grabsteine von Priestern und Wohltätern der
Kirche eingemauert. Im ersten Bild oberhalb des Weihwasserbeckens ersichtlich
der Grabstein vom 1859 verstorbenen Pfarrer Jacob Hugowitsch.
Der Kirchenraum
Der längsovale Zentralraum weitet sich in der Querachse zu breiten
Kapellennischen, die von
die Diagonale betonenden schmäleren Nischen flankiert
werden.
Der Kirchenraum ist von einer mächtigen Flachkuppel überwölbt, für die
vielleicht bei der
Erbauung im Sinne der barocken Illusionsmalerei ein den Raum
nach oben fortführendes
Fresko dargestellt war.
Im Jahre 1889 erfolgte auch eine
Bemalung der Kuppel, welche aber nicht entsprach und
so bei der Restaurierung
1962 entfernt wurde.
Den die Kapellennischen trennenden Wandpfeilern sind
Pilaster, zum Teil gekuppelt,
mit Gitterwerkkapitellen vorgelagert.
Im Westen ist dem Zentralraum ein schmäleres Vorjoch angebaut, in welcher die
dreifach ausschwingende Orgelempore eingefügt ist; die Empore ist
platzlunterwölbt.
In dem dieses Vorjoch nach Süden erweiternden Nebenraum
hat sich mit großer Wahrscheinlichkeit eine der hl. Magdalena geweihte Kapelle
befunden, weil in einem undatierten Verzeichnis der Altäre in der Kirche St.
Johann i. S. neben der heute bestehenden fünf, auch ein Altar der
"heiligen Büßerin Magdalena" genannt wird und ebenso in einer Rechnung
des Bildhauers Johann Georg Mersi aus dem Jahre 1774 über drei Statuen für die
Magdalenen-Kapelle ersichtlich ist. Aus welchen Gründen diese Magdalenen-Kapelle
entfernt wurde ist nicht bekannt.
So könnte der Altar ausgesehen haben.

Innenrenovierung 2002 -
Altarraumgestaltung
von Hannes Fladerer
Raumgefüge - der barocke Raum
Die Pfarrkirche St. Johann im Saggautal ist bestimmt von einer Abfolge von
konkaven und konvexen Elementen, wobei die
konkaven,
d.h. einladenden,
aufnehmenden und bergenden Formen überwiegen (z.B. Kircheneingang, äußeres
Erscheinungsbild, Hochaltar).
Es gibt einen oftmaligen Wechsel von flachen, eckigen und runden, gebogenen
Formen, zusammengefasst in architektonischen Schichtungen
(als
Kapitelabschlüsse, an der Fassade) und Staffelungen (Abfolge Rundbögen bis zum
Hochaltarbild).
In der Vielfalt seiner komplexen Formen kommt diesem barocken Raum eine große
aktive Bedeutung bei, Raumempfinden und
Raumgefühl der
darin Verweilenden werden
aktiviert und gesteigert, der Raum in der Abfolge von Ruhe und Bewegung
erlebbar.
Materialien,
Farbe, Licht ... es dominieren:
- Holz für Kirchenbänke, Chorgestühl, Sessio, Hochaltar, Wand und Stuck
- Stein für Fußboden, Taufbecken, Teile des Hochaltars
Die Farbwirkung beruht demnach vorwiegend auf braun, weiß, grau-schwarz und gold.
Licht wird als wichtiges Gestaltungsmittel eingesetzt - durch seitlich unbunte
Fenster werden Teile des Inneren intensiv
zum Leuchten gebracht, besonders der
Bereich um den Hochaltar.
Das belebende Spiel von Licht und Schatten, starken Reflexen und dunklen
Bereichen unterstreicht die architektonische
Vielfalt des Raumes.
Inhaltliche Motive
Johannes der Täufer ist nicht nur Namensgeber sondern auch
„Hauptmotiv“ im
Hochaltarbild.
Er vollzieht die Geste des Spendens, der Aufnahme in die Gemeinschaft.
Wasser als lebensspendende Kraft, als reinigendes, in eine Gemeinschaft
aufnehmendes Medium, als Symbol für Fortbestand,
Übergang und Verwandlung wird
als besonders wichtiges Element von Glaubensgemeinschaft und Messfeier
hervorgehoben.
Altarraumgestaltung
Durch die Renovierung (Ausmalen in Weiß, einheitlich heller Steinboden für den
Altarboden) ist der Raum noch vornehmer, in seinen vollkommenen
Proportionen deutlicher.
Altar, Ambo und Leuchter bilden durch Materialwahl und Farbe ein lichtes Zentrum,
sammeln und abstrahlen die Energie.
Die feierliche Mitte ist der Altar - wie das Ambo aus hellem Stein - welche die
vorhandenen Elemente steigern, die triumphierende Helligkeit des
Hochaltarabschlusses aufgegriffen, und wirkt würdevoll und nicht starr.
Der Leuchter - aus Glas und Bronze - hebt sich als eigenes Element des
Altarbereiches, mit der Bedeutung des Lichts besonders hervor.
Ausgehend vom Empfinden für den barocken Raum, das Thema des Altarbildes und der
zentralen Bedeutung des Wassers für die Glaubensgemeinschaft spielt das Bogen- und Wellenmotiv eine besondere Rolle,
und so wird der Altar, Ambo und
Leuchter
jeweils eigenständig aufgefasst.
Altar
Der Tisch des Mahles
wird zu einer Form der Begegnung, der Begegnung einer Gemeinschaft mit den Heiligen,
zu einem Zeichen der Suche, des Aufgenommenwerdens und der
Auferstehung.
Das Geheimnis der Inkarnation - der Himmel kommt zur Erde, wir werden in den
Himmel erhoben - wird im Doppelwellenmotiv der Vorderseite angesprochen.
Sessio
Die vorhandene Sessio, als Hinweis auf die Kontinuität des Priesteramtes, zeigt
die vielfältigen Beziehungen von Altar, Ambo und Leuchter zueinander und zum
Gesamtkirchenraum auf und strahlt einen eigenen Wert auf die ganze Gemeinschaft
aus.
Ambo
Vom Ambo wird das Wort
Gottes als „Wegweiser durch die Zeit“ verkündet „Ich bin der Weg“.
Die exponierte Stellung des Ambos auf einer eigenen Standfläche unterstreicht diese
Bedeutung und ist auch architektonisch als Bindeglied von
Altarbereich und Kirchenraum.
Die neue Altarzunge als Einbau in den Bestand vertuscht nicht, sondern
vermittelt, dass das Ambo in seiner dauernden Bedeutung zwischen
zeitlich bedingten Ordnung (Barock bis 21. Jhdt.) steht. Seine Form selbst
greift das Motiv von Festigkeit und Verwandlung auf.
Nach seiner Taufe durch Johannes verwandelt Christus die herkömmliche Nutzung
des Wassers, indem sein Gang über das Wasser die Ängstlichkeit des Menschen
überwindet.
Die „Frohbotschaft“ wird von einer schlanken, lichten, durch eine Glasplatte
abgeschlossenen Form verkündet.
Leuchter
Er vermittelt zwischen
Erde und Himmel und veranschaulicht die Verwandlung von Materie in Energie.
Im Altarbereich wurde eine Steinplatte herausgenommen und die Öffnung mit Erde
gestampft, in der der Bronzeteil des Leuchters wurzelt.
Seine spiralig gewundene Form greift das Wellenmotiv von Altar und Ambo auf,
verweist auf die gedrehten Säulen im Tabernakelaufsatz.
Ein Glasteil umhüllt diese Form und trägt eine Glasschale mit drei Kerzen.
Proportionen
Modul ist die Zahl 12
(für die Gemeinschaft der Apostel), die in allen Proportionen vorkommt:
Altar Höhe und Breite 8 x 12 = 96
Vorderkante unten 12 x 12 = 144
Vorderkante oben 13 x 12 = 156
Hinterkante oben und unten 14 x 12 = 168
Ambo Breite 12
Länge (für die 4 Evangelisten) 4 x 12
Höhe hinten 9 x 12
= 108
Höhe vorne 10 x 12 =
120
Sockelform 48 x
108
Glasplatte 48
x 50
Leuchter Durchmesser 12
Höhe (mit Kerzen) ca. 15 x 12 = 180
Glasplatte Durchmesser 3 x 12 = 36
Das
Ambo und der Altar sind aus
weißem Thassos Marmor,
Leuchter aus Bronzeguss und hitzebeständigem Glas.
aktualisiert am 08.08.2011