Pfarre St. Johann im Saggautal Baugeschichte der heutigen barocken Kirche

Die Planung des Neubaues sowie dessen Ausführung

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In einem im Diözesan-Archiv vorhandenen und auch von Kohlbach erwähnten Schreiben des Pfarrers an den Bischof, in dem er diesen um Genehmigung des Kirchenbaues nach dem beiliegenden Risse bittet, welcher Bitte der Oberhirte am 29.11.1753 auch nachkam, teilt der Seelsorger unter anderem mit, dass er sich von zwei Baumeistern Risse habe anfertigen lassen.
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Den ersten habe Josef Huber vorgelegt, bei diesem käme aber ein "flikhwerch und winkhlwerch wie aniezo" heraus. Der Entwurf von Hueber sei zwar etwas billiger, aber nach dem von Johann Fuchs, der den zweiten Riss verfertigte, bekämen sie eine ganz neue Kirche mit Turm.
Aus diesen Äußerungen des Pfarrers ist erstens zu entnehmen, dass die alte Kirche schon zahlreiche Um- und Zubauten ("flikhwerch") erlebt haben musste und dass zweitens von Beginn an eigentlich nicht ein gänzlicher Neubau geplant gewesen war.
Als zweiten Grund, warum man sich für den Entwurf von Johann Fuchs entschieden hatte, führte der Pfarrer an, dass Hueber in St. Veit am Vogau und in St. Ulrich bei Eibiswald die vorgeschlagenen Kosten um das Doppelte überschritten habe.
Die Ursache, die dazu geführt hat, sich zu einem Umbau und dann aus dem oben genannten Grund sogar zu einem völligen Neubau zu entschließen, wird zwar nicht eindeutig genannt, auf sie kann aber durch verschiedene Mitteilungen geschlossen werden.
Berichte über größere Reparaturen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts weisen nämlich darauf hin, dass das alte Gotteshaus immer baufälliger geworden war. So mussten zum Beispiel 1705 das dach der Kirche erhoben und gänzlich neue Mauerbänke eingezogen werden.

1753/54 wurde mit dem Bau des neuen Gotteshauses begonnen. Der Platz wurde planiert, die Grundfestung wurde von der Vogtei Arnfels gelegt, dabei wurden die bestehenden Häuser als Stütze verwendet.
Während der Arbeiten geriet man in finanzielle Schwierigkeiten, welche nach der Pfarrchronik durch eine großzügige Spenden der Pfarrgemeinde und vor allem durch eine mannhafte Unterstützung, die Pfarrer Matthias Maier aus seinem Privatvermögen gewährte, behoben werden konnten.
Eine große Schwierigkeit verursachte die großen Wölbung in der Kirche. Es entstand Mangel an Ziegeln und es wurde von der Herrschaft Arnfels "ex offo" (dieser Begriff ist ein Synonym für von Amts wegen) befohlen, dass jeder, der solche hatte, diese herbeischaffen musste.

Man musste Tag und Nacht, Sonn und Feiertags arbeiten, um das große Gewölbe zur Vollendung zu bringen.

Das Turmdach konnte aber aus finanziellen Gründen nicht sogleich fertig gestellt werden, - die Pfarrchronik gibt daran den Vogteiverwalter von Arnfels, der mutwillig einen Prozess inszeniert habe, die Schuld - sondern der Turm wurde vorerst nur mit einem einfachen Bretterdach abgeschlossen.
Erst 1830/32 versah man denselben auch mit einer Kuppel.

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